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Greifswalds “Problempoller”: Hier scheitern die Autofahrer reihenweise

  • 53 Unfälle seit 2016, sechs allein in diesem Jahr: Immer wieder rammen Autofahrer einen Poller an einer Brücke in Greifswald.
  • Doch nicht nur deshalb hat der “Problempoller” eine bewegte Geschichte hinter sich.
  • 2013 schaffte es der Pfeiler sogar ins “Schwarzbuch der Steuerzahler”.
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Greifswald. Vor sieben Jahren erlangte ein Poller an der Klappbrücke in Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern deutschlandweit Bekanntheit. Dem im Boden versenkbaren Pfeiler, der Autos davon abhalten soll, unbefugt die historische Brücke zu passieren, wurde damals eine zweifelhafte Ehre zuteil: der Eintrag ins “Schwarzbuch der Steuerzahler” wegen Verschwendung von Steuergeldern.

Verdient hatte es der Poller allemal, denn bereits fünf Wochen und drei Unfälle nach der Inbetriebnahme im Jahr 2011 war der Poller das erste Mal kaputt und musste ersetzt werden. Zwei Jahre später waren es sogar 31 Unfälle, acht verschlissene Poller, Kosten von 120.000 Euro für Reparaturen und Hinweisschilder, Spiegel, Ampeln und Kameras. Das Ziel, Autofahrer an der unberechtigten Überfahrt über die historische Brücke zu hindern, wurde dennoch immer wieder verfehlt. Dafür klappte es mit dem unrühmlichen Eintrag ins Steuersünder-Schwarzbuch. Eine Auszeichnung, auf die keine Kommune stolz ist.

53 Unfälle seit 2016, sechs allein in diesem Jahr

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Über die Stadtgrenze hinaus ist es inzwischen ruhiger um den Poller geworden – doch dauerhaft gelöst wurden die Probleme an der Brücke nie, wie die “Ostsee-Zeitung” (OZ) berichtet. Und das liege vor allem an ortsunkundigen Autofahrern, die durchfahrtsberechtigten Anwohnern hinterherfahren, sobald der Poller im Boden versinkt. Was diese wiederum nicht wüssten: Der “Superpoller”, wie er in Greifswald liebevoll genannt wird, agiert auch mit Supergeschwindigkeit. Es bleiben nur wenige Sekunden, bis er wieder hochfährt.

53 Unfälle wurden laut OZ seit 2016 im Zusammenhang mit dem Poller an der Klappbrücke registriert, allein in diesem Jahr seien es bereits sechs. Sie alle wurden von ortsfremden Autofahrern verursacht, wie Stadtsprecherin Andrea Reimann der Zeitung sagte. “Dabei weisen die zahlreichen Verkehrsschilder darauf hin, dass nur berechtigte Fahrzeuge die Brücke überqueren dürfen”, sagt Reimann, die auch auf die dort inzwischen installierten Ampeln verweist – ihre Worte lesen sich fast schon ein wenig verzweifelt.

Doch wer möchte es ihr übel nehmen angesichts der zahlreichen Unfälle am Problempoller? Der letzte liegt auch erst wenige Tage zurück: Ein Porsche fuhr, wie konnte es anders sein, einem anderen Auto unberechtigterweise hinterher und rammte den Poller. Die Front des blauen Porsche sei reichlich ramponiert worden, schreibt die OZ, der Poller habe dagegen keinen Kratzer abbekommen. Der Problempoller ist halt inzwischen tatsächlich auch ein echter Superpoller.

RND/seb

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