Grand Canyon verlost Teilnahme an der Bisonjagd

  • Im Grand-Canyon-Nationalpark in den USA werden einige Bisons zum Abschuss freigegeben.
  • Die Tiere hatten sich zuletzt stark vermehrt.
  • Umweltorganisationen kritisieren das Vorhaben.
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Flahgstaff. Im Grand-Canyon-Nationalpark in den USA können sich erfahrene Jägern darum bewerben, einen Bison zu schießen. Die Freiwilligen sollen dabei helfen, die Zahl der Bisons im Norden des US-Staates Arizona unter Kontrolle zu bekommen, die sich dort stark vermehrt haben. Eine Lotterie entscheidet, wer im kommenden Herbst auf die Jagd gehen darf. Wer sich bewirbt, sollte aber nicht nur gut schießen können, sondern auch körperlich fit sein.

Umweltorganisationen haben das Vorhaben kritisiert. Die Tötungen seien weniger effektiv als andere Methoden, erklären sie. Außerdem würden die Schüsse Wildtiere erschrecken, die gar nicht Ziel der Aktion seien. „In unseren Augen ist das nicht die angemessene Art, mit dem Problem umzugehen“, sagt Alicyn Gitlin von der Organisation Sierra Club.

Tausende Freiwillige bewerben sich für Bisonabschuss

Ab Montag können für 48 Stunden Bewerbungen eingereicht werden, wie die Parkverwaltung mitteilte. Tausende Interessenten aus dem ganzen Land werden erwartet. Nur zwölf werden per Los ausgewählt und Mitte Mai informiert. Im Herbst soll dann die Jagd beginnen: Die meiste Zeit bewegen sich die Jäger auf einer Höhe von rund 2400 Metern am nördlichen Ende des Canyons. Weder motorisierte Fahrzeuge noch Packtiere dürfen eingesetzt werden, um die erlegten Bisons abzutransportieren, die mehr als 900 Kilogramm wiegen können. Allerdings darf jeder Jäger Helfer mitbringen.

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„Es ist ein einzigartiges Erlebnis und man kann lange laufen, bevor man einen sieht und dann muss man noch zum Schuss kommen“, erklärt Dave Arnold aus Sun City, der schon einmal einen Bison erlegte. „Dann ist der Spaß vorbei. Es ist viel Arbeit, wenn man ein anständig großes Tier erwischt.“ Er kennt einige Jäger, die an der Lotterie interessiert sind. Er will sich mit 78 Jahren nicht bewerben: „Wenn ich 20 Jahre jünger wäre, wäre ich der Erste in der Schlange.“

Parkverwaltung des Grand Canyon berichtet von großen Schäden durch Bisons

Mitarbeiter der Parkverwaltung erklären, die Bisons richteten immer größere Schäden an, zertrampelten archäologische Funde und verunreinigten Teiche. Sie dürfen in einem angrenzenden Waldgebiet gejagt werden, was die Tiere in den Grand Canyon getrieben hat. „Sie sind sehr geschickte Kletterer“, sagt die Parksprecherin Kaitlyn Thomas. „Sie können Orte erreichen, die Menschen nicht erreichen können.“

Am Nordrand des Parks leben den Angaben zufolge zwischen 300 und 500 Bisons. Die Parkverwaltung will ihre Zahl auf 200 reduzieren. Einige Tiere wurden bereits in Gehege gebracht oder umgesiedelt. Jeder Freiwillige darf nun im September und Oktober einen Bison schießen und behalten. Für die Zukunft ist geplant, dass auch Stämme der Ureinwohner die Gelegenheit bekommen, Bisons zu schießen.

RND/AP

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