Gottesdienste trotz Corona: Pastor in Florida verhaftet

Ein Kreuz steht in einer Kirche. (Symbolbild)

Ein Kreuz steht in einer Kirche. (Symbolbild)

Vom Zoe Gospel Center in Zürich bis zum Internationalen Gospelcenter in Berlin rollte man für ihm auf seiner “Europa in Flammen”-Tournee den roten Teppich aus. Jetzt droht Pastor Rodney Howard-Browne in Amerika eine Gefängnisstrafe. Der Star der Evangelikalen-Gemeinde wurde in Florida verhaftet, weil er trotz Verbot wegen des Coronavirus mit 1000 Gläubigen in seiner Megakirche in Tampa einen Gottesdienst feierte.

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Der überzeugte Anhänger von Donald Trump – er hatte 2017 im Oval Office sogar für den Präsidenten gebetet – hatte seit Wochen gegen die “Soziale-Distanz-Bestimmungen” gewettert und angekündigt, er würde den Staat Florida eigenhändig durch Gebete von Covid-19 heilen. Er predigte vor seiner Gemeinde, dass er seine River at Tampa Bay Church nur für das jüngste Gericht schließen würde. Andere Pastoren, die den Behörden folgten und Gottesdienste nur noch per Videostream abhielten, beschimpfte der Gottesmann als “Weicheier”.

Rodney Howard-Browne nach seiner Festnahme.

Rodney Howard-Browne nach seiner Festnahme.

Gläubige mit Bussen zum Gottesdienst gebracht

Auch am letzten Sonntag hatte Howard-Browne seine Gemeinde aufgefordert, persönlich zu kommen, und viele sogar mit Bussen kostenlos herangekarrt. Das, obwohl er seinen Gottesdienst live im Internet streamte. So saßen jeweils 500 Gläubige in den beiden Gottesdiensten dicht gedrängt in den Bankreihen. Für Chad Chronister, den Polizeichef von Hillsborough County, handelte der Pastor “mit fahrlässiger Missachtung für menschliches Leben”. Nach einem Haftbefehl durch Staatsanwalt Andrew Warren wurde Howard-Browne festgenommen.

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Der Pastor bewies durch ein trotziges Statement nach der Verhaftung, dass er keine Reue kennt: “Wir haben 13 Maschinen besorgt, die jedes Virus killen. Wenn einer hustet und die Bazillen mit 160 km/h herausschießen, können wir sie innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde neutralisieren.”

Corona oder Grippe? Wie erkenne ich, ob ich betroffen sein könnte?

Die Angst vor dem Coronavirus steigt vielen zu Kopf. Fake News, irreführende Gerüchte und viel Panikmache helfen da nicht.

“Einstweilige Verfügung gegen den Teufel”

Der kontroverse Pastor ist für wirre Behauptungen bekannt. Nach dem Moscheemassaker von Christchurch in Neuseeland hatte er behauptet, dass andere Kräfte als ein fremdenfeindlicher Muslimhasser dahintersteckten. 2018 behauptete er, dass er Amerika eigenhändig gerettet habe, weil er “eine einstweilige Verfügung gegen den Teufel eingereicht habe”.

Der 58-Jährige ist inzwischen gegen eine Kaution von 500 Dollar wieder auf freiem Fuß. Er muss sich wegen ungesetzlicher Versammlung und Verstoßes gegen die Notfallgesetze vor Gericht verantworten.

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RND/sin

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