Goldmünzen-Diebstahl: DNA-Spuren führten zu Urteil

  • In Berlin wurden drei Männer wegen Diebstahl einer Goldmünze zu Haftstrafen verurteilt.
  • Gold- und DNA-Spuren überführten sie – das Diebesgut ist jedoch nicht auffindbar.
  • Die Berliner Polizeigewerkschaft hält das Urteil für zu niedrig.
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Berlin. Die Verurteilung von drei jungen Männern wegen des Diebstahls einer 100 Kilo schweren Goldmünze aus einem Berliner Museum ist auf Grundlage von Indizien erfolgt. Goldspuren seien an Kleidungsstücken der Männer und in Autos nachgewiesen worden, begründete die Richterin im Landgericht am Donnerstag das Urteil. Außerdem habe es DNA-Spuren der Männer an Tatwerkzeugen gegeben – einem Seil und einem Keil, mit dem eine Tür im Museum offen gehalten wurde.

Diebesgut nicht auffindbar

Die Richterin betonte, der gemeinschaftliche schwere Diebstahl sei mitten in der Stadt mit besonderer Dreistigkeit und einer Risikobereitschaft ganz besonderer Güte verübt worden. Das Gericht ging in seinem Urteil davon aus, dass die Familie der Angeklagten, die zu einem bekannten arabischstämmigen Clan gehören, die Verwertung des Goldes im Wert von mehr als 3 Millionen Euro bewerkstelligte. Die Münze sei vermutlich eingeschmolzen und verkauft oder versteckt worden.

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Zwei Cousins im Alter von 23 und 21 Jahren wurden zu einer Jugendstrafe von viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Ein 21-jähriger Wachmann aus dem Museum erhielt eine Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten. Er sei nicht nur Tippgeber, sondern Mittäter gewesen, so das Gericht. Der Bruder des 21-Jährigen Clanmitglieds war als vierter Mann angeklagt. Er wurde freigesprochen, weil eine Beteiligung an der Tat nicht nachgewiesen werden konnte. Von ihm wurden keine Spuren gefunden.

Kritik am Urteil

Die Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat das Urteil im Goldmünzen-Prozess als zu niedrig kritisiert. “Leider hat es das Landgericht verpasst, eine klare Botschaft auszusenden”, teilte der GdP-Landesvorsitzende Norbert Cioma am Donnerstag mit. Die “uneinsichtigen Täter” seien “letztlich glimpflich davonkommen, einer sogar komplett”. Bei fast 4 Millionen Euro Beute und dem Respekt durch diesen Coup innerhalb der kriminellen Szene sei das für die Täter “durchaus verschmerzbar”.

Die GdP erklärte: “Der Tag hat uns einmal mehr vor Augen geführt, dass die bisherigen gesetzlichen Möglichkeiten im Kampf gegen die organisierte Kriminalität nicht ausreichen.” Nötig sei die sogenannte “Beweislastumkehr” bei der Einziehung von Vermögen und eine einfachere Telefonüberwachung.”

RND/dpa

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