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Stalkingprozess: Mann soll 68-Jährigen durch Fake-Bestellungen über Jahre terrorisiert haben

  • Ein mutmaßlicher Stalker steht in Göttingen vor Gericht.
  • Ihm wird vorgeworfen, einen 68-Jährigen über Jahre massiv psychisch terrorisiert zu haben – ohne ihn zu kennen.
  • Die Staatsanwaltschaft geht von Homophobie als Motivation für die Taten aus.
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Göttingen. Im niedersächsischen Göttingen soll ein 38-Jähriger jahrelang einen heute 68 Jahre alten Mann durch anonyme Anrufe, E-Mails, Verbreitung von Fotos und Videoaufnahmen sowie Warenbestellungen und Zeitschriftenabos unter dessen Namen terrorisiert haben. Wegen des Stalkings steht der 38-Jährige jetzt vor Gericht, berichtet das „Göttinger Tageblatt“ (GT) am Montag.

Der Mann fühlte sich laut GT durch die permanenten Nachstellungen so verunsichert und bedroht, dass er sich nicht mehr aus dem Haus traute, 17 Kilo Gewicht verlor und schließlich aufgrund seiner desolaten psychischen und körperlichen Verfassung zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus kam.

Angeklagter wollte den Ruf des 68-Jährigen schaden

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Erste Ermittlungen in dem Fall soll es bereits vor rund sieben Jahren gegeben haben. Damals habe der Arbeitgeber des heute 68-Jährigen die Polizei informiert, dass in dem Geschäft in der Göttinger Innenstadt immer wieder große Mengen Pizza und Blumensträuße angeliefert wurden, die niemand bestellt hatte. Es habe sich herausgestellt, dass jemand dem 68-Jährigen schaden wollte, indem regelmäßig Fake-Bestellungen unter dessen Namen getätigt wurden. Die Identität des Täters konnte damals nicht ermittelt werden.

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Erst 2018 geriet der Angeklagte ins Visier der Ermittler. Als Grund für die Nachstellungen habe er gegenüber der Polizei die mutmaßliche sexuelle Orientierung des 68-Jährigen angegeben. Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklage davon aus, dass der 38-Jährige homophob ist. Der Angeklagte habe den 68-Jährigen für einen Homosexuellen gehalten – ohne diesen zu kennen und zu wissen, ob seine Vermutung zutraf. Sein Ziel sei es gewesen, dessen Ruf zu schädigen.

RND/liz

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