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Glättechaos auf Niedersachsens Straßen: Ein Toter und viele Unfälle nach Eisregen

  • Der Wetterdienst warnte angesichts des einsetzenden Tauwetters vor glatten Straßen in Niedersachsen.
  • Am Montagabend häuften sich die Unfälle, ein Mensch starb.
  • Auch der Regionalverkehr der Bahn war eingeschränkt, zum Teil fielen die Schulen aus.
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Hannover. In mehreren Landesteilen Niedersachsens ist es am Montag zu glättebedingten Unfällen gekommen. Die A7 wurde von der Anschlussstelle Göttingen bis zum Rasthof Göttingen in Fahrtrichtung Süden am Abend gesperrt. Die Streufahrzeuge der Autobahnmeisterei Göttingen waren im Dauereinsatz, teilte die Polizei mit. Auf der A7 zwischen Northeim und Seesen in Richtung Norden drehten sich am Abend auch mehrere Fahrzeuge, es kam zu Blechschäden. Auch der Regionalverkehr der Bahn war mit Ausfällen und Verspätungen betroffen.

Auf der B71 zwischen Hemslingen und Brockel kam ein 54-jähriger Autofahrer aus dem Heidekreis ums Leben. Nach bisherigen Erkenntnissen verlor eine 29-jährige am Nachmittag bei einsetzendem Eisregen die Kontrolle über ihren Wagen und geriet auf die Gegenfahrbahn. Dort kollidierte ihr Wagen mit dem entgegenkommenden des 54-Jährigen. Beide Beteiligte wurden in ihren Fahrzeugen eingeklemmt. Die Frau kam mit schweren Verletzungen in das Rotenburger Diakonieklinikum.

Warnung im Oberharz: „Es ist besser, zuhause zu bleiben“

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Auch in anderen Regionen wie bei Oldenburg kamen viele Autos auf glattem Untergrund von den Fahrbahnen ab. Auf der A27 überschlug sich ein Pkw bei Cuxhaven, bestätigte eine Sprecherin der Polizeidirektion Oldenburg. Aus dem tief verschneiten Lüneburger Bereich wurden Unfälle bei Bleckede und Uelzen gemeldet. „In Goslar schneeregnet es noch, in höheren Lagen friert es“, sagte ein Polizeisprecher. Im Oberharz wurde im Radio davor gewarnt, die Straßen zu benutzen. „Es ist besser, zuhause zu bleiben“.

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Kälterekord: Minus 28,8 Grad und Glättegefahr
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Im Erzgebirge ist laut „Kachelmannwetter“ die bundesweit niedrigste Temperatur im bisherigen Winter gemessen worden.  © dpa

Gefrierender Regen wurde auch aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont gemeldet, wo wie in anderen Kreisen der Präsenzunterricht und die Notbetreuung ausgefallen waren. Glatte Fußwege, aber gut gestreute Straßen gab es in Hannover. „Die Hauptstraßen sind hier gut gesalzen“, sagte ein Polizeisprecher. Unfälle habe es bis zum Abend nicht zu vermelden gegeben.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Bremerhaven retteten im Stadtteil Lehe ein Pferd auf einer zugefrorenen Wiese. Es konnte aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen. Die Einsatzkräfte zogen das Tier vom Eis und halfen ihm mit Absprache des Tierarztes wieder auf die Beine.

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Schulunterricht ausgefallen

Mit Blick auf die Unwetterprognosen war in zahlreichen Regionen Niedersachsens der Schulunterricht ausgefallen. Wegen Blitzeis-Gefahr schlossen die Schulen in Braunschweig. Auch in Hameln, dem Kreis Helmsted, im Landkreis und der Stadt Osnabrück sowie im Landkreis Leer fiel der Unterricht aus.

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ADAC-Sprecherin Melanie Mikulla erläutert, warum Blitzeis so gefährlich ist und was bei plötzlich eintretenden Wetterextremen zu beachten ist.  © RND

Eis und Niedrigwasser beeinträchtigen weiter den Fährverkehr zu einigen Ostfriesischen Inseln. Die Verbindungen vom Festland nach Wangerooge und Juist blieben vorerst eingestellt, wie die zuständigen Fährbetriebe mitteilten. Zwischen Neuharlingersiel und Spiekeroog, wo der Fährverkehr seit dem Wochenende ebenfalls unterbrochen war, sollen ab Dienstag Schiffe fahren - wenn auch mit verzögerten Abfahrtszeiten.

Fährverkehr nach Juist bleibt eingestellt

Der Fährverkehr nach Juist, der am Montag eingestellt wurde, sollte auch am Dienstag ruhen. Der Grund sei zu starker Eisgang, teilte die Reederei Norden-Frisia mit. Ob und wie es ab Mittwoch weitergehe, werde am Dienstag entschieden.

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Auf Wangerooge mussten Insulaner vorerst auf Verbindungen zum Festland nach Harlesiel warten. Am Mittwoch sollte mit einem Frachtschiff ein erster Versuch unternommen werden, durch das vereiste Wattenmeer auf die Insel zu kommen, wie die Deutsche Bahn als Betreiberin mitteilte. Seit vergangener Woche werden Lebensmittel nur noch per Flugzeug auf die Insel gebracht.

RND/dpa

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