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Eigene Untersuchung abgeschlossen: Westin-Hotel sieht nach Vorwürfen von Gil Ofarim keinen Handlungsbedarf

  • Sänger Gil Ofarim wirft einem Mitarbeiter des Leipziger Westin-Hotels vor, ihn antisemitisch angegriffen zu haben.
  • Nun liegen die Ergebnisse einer internen Untersuchung des Vorfalls vor.
  • Laut einer Pressemitteilung sieht das Hotel keinen Grund zum Handeln.
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Leipzig. Der Sänger Gil Ofarim wirft einem Mitarbeiter des Leipziger Westin-Hotels vor, ihn am Abend des 4. Oktobers in der Hotellobby antisemitisch beleidigt zu haben. Der Mann solle ihn aufgefordert haben, „seinen Stern“ einzupacken – laut dem Musiker sei damit ein Davidsternanhänger an einer Kette gemeint gewesen.

Das Hotelmanagement hat nach der Äußerung Ofarims eine interne Untersuchung durch eine Anwaltskanzlei angekündigt. Die Ermittlungsergebnisse liegen nun laut einer Pressmitteilung vor.

Auf Grundlage der Ergebnisse habe das Management entschieden, keine arbeitsrechtlichen Maßnahmen gegen den beschuldigten Mitarbeiter zu ergreifen, da keine objektivierbaren Anhaltspunkte für den Vorfall vorliegen würden.

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Anwaltsteam überprüft Zeugenaussagen und Videos

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Für den Untersuchungsbericht, der 118 Seiten umfasst, hatten die Anwältinnen und Anwälte Zugang zu den Zeugenaussagen sowie zu den Videoaufzeichnungen aus dem Hotel. Ebenfalls seien Check-in-Daten, E-Mails und Telefonanrufe zum Zeitpunkt des Vorfalls ausgewertet worden. Die Kanzlei habe laut der Mitteilung alle Gäste und Mitarbeitenden identifiziert, die sich zum Zeitpunkt des Vorfalls ebenfalls in der Rezeption befanden.

Der Mitarbeiter, der nach den Vorwürfen beurlaubt wurde, kehrt nun wieder zum Westin-Hotel zurück. Aufgrund der massiven Anfeindungen, die der Mitarbeiter laut Hotel in den vergangenen Wochen erfahren hat, übernimmt er aber seine Aufgaben bisher nicht in vollem Umfang.

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Video
„Er wirkt absolut gefestigt“: Reporter gibt Einblick in Gespräch mit Gil Ofarim
5:28 min
Der Fall Gil Ofarim ist komplex. Der Sänger bleibt aber bei den von ihm erhobenen Antisemitismus-Vorwürfen. Eine Einordnung von Leipzig-Reporter Matthias Puppe.  © RND

Ofarim bleibt dabei: „Habe meine Kette angehabt“

In der vergangenen Woche berichteten die „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ) und die „Bild“ über Videoaufzeichnungen des Hotels, auf dem eine Kette mit Davidsternanhänger nicht deutlich zu erkennen war. Ofarim verteidigte sich gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Ich habe meine Kette angehabt – wie immer. Ich trage sie auch in den sozialen Netzwerken oder bei Auftritten, deshalb wurde ich angefeindet.“

Das Jüdische Forum für Demokratie (JFDA) meldete sich daraufhin zu Wort: „Zahlreiche Opfer von Antisemitismus stehen oftmals alleine: Daher gilt unser Grundsatz, den Opfern erst mal parteilich zur Seite zu stehen“, heißt es in dem Statement des JFDA. „Auch ein möglicherweise negativer Fall wie der vorliegende wird uns nicht von unserem Kurs abbringen, immer wieder unsere Solidarität auszudrücken und Betroffenen von Antisemitismus unsere unverzügliche Unterstützung und Hilfe anzubieten.“

RND/goe

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