Giffey: Als Gesellschaft noch wachsamer sein gegen Kindesmissbrauch

  • Bundesfamilienministerin Franziska Giffey ruft nach dem Entdecken des Missbrauchsfalls in Münster zu mehr Zivilcourage auf.
  • Die Gesellschaft müsse noch wachsamer sein, um Missbrauch frühzeitig erkennen zu können.
  • “Es braucht ein aufmerksames Umfeld, das hinschaut und Hilfe organisiert”, sagte sie.
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Berlin. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat sich entsetzt über den Missbrauchsfall Münster geäußert und zur Wachsamkeit gegen Kindesmissbrauch aufgerufen. “Das sind abscheuliche Taten, bei denen niemand ermessen kann, welch furchtbares Leid diese Kinder erfahren haben”, sagte die SPD-Politikerin am Sonntag. “Es ist wichtig, dass wir als Gesellschaft noch wachsamer sind, um frühzeitig Missbrauch erkennen und wirksam dagegen vorgehen zu können.”

Zum Schutz von Kindern brauche es "ein aufmerksames Umfeld, das hinschaut und Hilfe organisiert". "Wir müssen davon ausgehen, dass in jeder Schulklasse ein bis zwei Kinder betroffen sind. Das können wir nicht akzeptieren."

Elf Menschen festgenommen, bisher drei Kinder als Opfer identifiziert

Ermittler in Nordrhein-Westfalen hatten ein Pädophilen-Netz aufgedeckt und bundesweit elf Verdächtigte festgenommen. Sieben der Beschuldigten befinden sich in Untersuchungshaft. Bisher sind drei Kinder als Opfer identifiziert worden. Giffey dankte den Polizisten, “die diese Taten aufgedeckt haben und jetzt die schwierigen weiteren Ermittlungen übernehmen”. “Sexueller Missbrauch an Kindern und Jugendlichen ist ein furchtbares Verbrechen, das aufs Schärfste verfolgt werden muss.”

Giffey erklärte, auf Bundesebene sei die Arbeit gegen sexuellen Missbrauch weiter gestärkt worden. So sei ein Nationaler Rat gegen sexuellen Kindesmissbrauch gegründet worden. "Gerade haben wir die Mitglieder des Betroffenenrates beim Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs neu berufen." Und mit der jetzt anstehenden Reform des Kinder- und Jugendhilferechts werde der Kinderschutz weiter verbessert, beispielsweise durch Ombudsstellen für Kinder.

RND/dpa

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