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  • Gewitter in Berlin: Mammatuswolken am Himmel – Wie entstehen Brustwolken?

Der Himmel über Berlin: Spektakuläre Wolkenformation beeindruckt Hauptstädter

  • Über Berlin zeigt sich am Donnerstag ein so spektakuläres wie kurzlebiges Wetterphänomen.
  • Sogenannte Mammatuswolken bildeten sich, während ein Gewitter auf die Stadt niederging.
  • Die Entstehung dieser Brustwolken gibt der Wissenschaft Rätsel auf.
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Berlin. Während Sturmtief „Klaus“ am Donnerstag von West nach Ost über Deutschland zog, bedeutete das neben viel Wind auch vereinzelte Gewitter. In Berlin beeindruckte dabei ein spektakuläres Wolkenbild die Menschen: Hier bildeten sich am späten Nachmittag sogenannte Mammatuswolken – zu deutsch: Brustwolken. Wegen ihrer halbkugelförmigen Gestalt und ihrer vermeintlich scharfen Abgrenzungen sorgen diese Wolken oftmals für Staunen.

Das Staunen über Mammatuswolken ist nicht auf Laien begrenzt. Auch die Wissenschaft kann bis heute nicht abschließend erklären, wie die Gebilde entstehen können. Sie tauchen in Zusammenhang mit Gewitterwolken, aber auch bei Vulkanausbrüchen auf – die Beobachtung ist also entsprechend kompliziert, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) auf seiner Website erläutert.

Wie entstehen Brustwolken?

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Mammatuswolken böten auch deshalb beeindruckende Anblicke, weil sie oft beim Abzug eines Gewitters zu sehen seien, sagt Jürgen Schmidt, Diplommeteorologe von Wetter Kontor. Eines sei jedenfalls klar: „Der Name ist sprechend.“

Verschiedene Theorien für die Entstehung von Mammatuswolken werden diskutiert, doch keine von ihnen konnte bisher wirklich zufriedenstellend bestätigt werden: Instabile Luftschichten, große Temperatur-, Feuchtigkeits- und Windgeschwindigkeitsunterschiede, Turbulenzen in der Umgebung der Gewitterwolke, Verdunstungsprozesse – das alles könnte eine Rolle spielen, informiert der DWD. Die „Ausbeulungen“ an der Unterseite einer Gewitterzelle könnten durch rasch fallende wegen plötzlich abkühlender Luft entstehen. Auch Strahlungsvorgänge innerhalb der Gewitterwolken könnten demnach die Ursache für die Entstehung von Brustwolken sein.

Dass ein Wetterphänomen nicht erschöpfend erklärt werden könne, sei nach wie vor keine Seltenheit, sagt Schmidt. Brustwolken stehen in dieser Hinsicht in einer Reihe mit Naturgewalten wie Blitzen: Dass diese durch die Entladung von elektrischen Spannungsunterschieden in der Atmosphäre entstehen, ist allgemein akzeptiert. Nach welchen Regeln sie sich ihren Weg suchen, ist aber noch immer Gegenstand wissenschaftlicher Spekulation.

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Nach wenigen Minuten war das Schauspiel in Berlin bereits wieder vorbei. Nicht ungewöhnlich: Mammatuswolken sind erfahrungsgemäß keine sonderlich stabilen Gebilde. Das liegt auch daran, dass – so zumindest die Theorie – viele Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein müssen, um sie entstehen und dann bestehen zu lassen.

Wenige Minuten reichten dennoch, um die sozialen Netzwerke mit spektakulären Wolkenbildern zu fluten. Nicht jeder war davon begeistert: „Alter, ich will keine Wolken aus Berlin mehr sehen“, postete Twitter-Nutzer Torsten Beeck. Der Wettergott erhörte ihn und andere, die Wolken eher reserviert gegenüberstehen – die Brustwolken lösten sich auf.

RND/ytk

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