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Kongsberg: Polizei stuft Tat nicht mehr als Terror ein

  • Nach der Gewalttat von Kongsberg mit fünf Toten hat die Polizei ihren anfänglichen Terrorverdacht zurückgenommen.
  • Die Beamten gehen vielmehr von einer psychischen Erkrankung des Tatverdächtigen aus.
  • Der 37-Jährige befindet sich in einer geschlossenen Einrichtung.
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Kongsberg. Im norwegischen Kongsberg hat ein 37-Jähriger in der vergangenen Woche mit Pfeil und Bogen fünf Menschen getötet. Ein Terroranschlag, wie die Behörden zunächst gemutmaßt und verbreitet hatten, war die Tat jedoch offenbar nicht.

Bei einer Pressekonferenz am Samstagnachmittag erklärte Polizeikommissar Per Thomas Omholt, die Polizei gehe vielmehr von einer psychischen Erkrankung des Täters aus. Der 37-Jährige sei in eine geschlossene Einrichtung gebracht worden. Die Ermittlerinnen und Ermittler vermuten, dass er alleine gehandelt hat.

Der mutmaßliche Täter habe wenig soziale Kontakte zu anderen gehabt, so Omholt. Die These, er sei zum Islam konvertiert, hielt sich nicht – dieses Ziel habe der 37-Jährige offenbar nicht ernsthaft verfolgt.

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37-Jähriger Däne

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Einige Tage zuvor war der Sicherheitsdienst der norwegischen Polizei bereits zurückgerudert und hatte den Terrorverdacht deutlich relativiert. „Die Tat wirkt wie ein Terrorakt, aber wir kennen die Beweggründe des Täters nicht“, so der Chef des PST.

Der 37-jährige Däne hatte eingeräumt, am Mittwochabend in der Innenstadt von Kongsberg fünf Menschen getötet zu haben. Der Mann hatte unter anderem mit Pfeil und Bogen auf zahlreiche Menschen geschossen. Die norwegische Polizei veröffentlichte am Samstag die Namen der vier Frauen und eines Mannes.

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Video
Bogenschütze tötet mehrere Menschen im norwegischen Kongsberg
1:28 min
Der Mann sei festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Das Motiv ist bislang unklar.  © Reuters

Mann war polizeibekannt

Wie sich herausstellte, hat der Mann schon seit Jahren im Fokus der Behörden gestanden. Im Jahr 2017 veröffentlichte er ein Video, in dem er sich als Muslim und Bote bezeichnete und eine Aktion ankündigte. Die Ermittlungen hätten nun aber gezeigt, dass es der Mann mit seiner angeblichen Konversion zum Islam nicht ernst genommen habe, sagte Omholt.

Nach Angaben der Polizei stand der Däne im Verlauf mehrerer Jahre immer wieder im Kontakt mit dem Gesundheitsdienst. Zu Details über die psychische Gesundheit des Mannes wollte sich Omholt nicht äußern, um Zeugenaussagen nicht zu beeinflussen, wie er betonte.

RND/msc/dpa

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