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Gewaltsamer Tod eines Säuglings: Gericht spielt Notruf des angeklagten Vaters ein

  • Im März stirbt ein kleiner Junge an den Folgen eines Schädelbruchs durch massive Gewalteinwirkung.
  • Sein Vater steht derzeit vor Gericht.
  • Sein Notruf wird im Gerichtssaal vorgespielt.
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Aachen. Bedrückende Minuten im Aachener Prozess um den gewaltsamen Tod eines Säuglings: In einem über Lautsprecher eingespielten Notruf war am Mittwoch über Minuten zu hören, wie ein Mann in der Rettungsleitstelle den angeklagten Vater zur Reanimation seines sechs Monate alten Kindes anleitete.

Aus dem Zuschauerraum war das Schluchzen der Mutter zu hören, und auf der Anklagebank kämpfte der 37 Jahre alte Vater vergeblich gegen die Tränen.

Tod durch Schädelbruch

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Der Junge starb im März an den Folgen eines Schädelbruchs durch massive Gewalteinwirkung. Der Vater, der zu dem Zeitpunkt alleine mit dem Jungen war, bestreitet den Vorwurf der Anklage, dem Säugling Gewalt angetan zu haben.

Die Kindsmutter hatte ihn als liebevollsten Vater, den es gibt, bezeichnet. Die Plädoyers wurden wegen der weiteren Beweisaufnahme noch nicht gehalten. Plädoyers und Urteil sind jetzt für Freitag geplant.

Sein Junge atme kaum noch, war der Vater am Mittwoch in dem aufgezeichneten Notruf zu hören: "Ich weiß nicht, was ich machen soll." Das Baby sei ganz kalt. Der Mann in der Leitstelle sagte, dass ein Rettungswagen unterwegs sei.

Leitstelle führt Vater durch Reanimation

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Er leitete den Vater unaufgeregt wirkend Schritt für Schritt zur Reanimation an: Er sagte, wie der Vater den Jungen richtig hinlegt, dass er ihm in den Mund pusten - und prüfen soll, ob sich der Brustkorb hebt.

Dann wieder die Frage, ob der Junge noch atme. "Er atmet ganz wenig und er ist eisekalt", antwortete der Vater. "Dann müssen sie zwei Finger auf den Brustkorb legen und drücken", sagte der Mann. Der Vater zählte laut mit. Dann war das Schellen an der Wohnungstüre zu hören. Rund sieben Minuten dauerte die Einspielung.

RND/dpa/msc

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