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Gericht: Land darf Polizeianwärter nicht wegen Löwen-Tattoo ablehnen

  • Wegen eines großen Löwen-Tattoos ist ein Polizeiwärter in NRW abgelehnt worden.
  • Zu Unrecht, wie nun das Oberverwaltungsgericht Münster entschied.
  • Der Mann hatte eine gewaltverherrlichende Einstellung dementiert.
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Düsseldorf. Wegen eines großflächigen Löwen-Tattoos auf der Brust darf das Land Nordrhein-Westfalen einen Polizeianwärter nicht ablehnen. Das hat das Oberverwaltungsgericht Münster in einem Eilverfahren entschieden und damit einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen bestätigt, wie das OVG am Donnerstag mitteilte.

Der Mann aus Recklinghausen hatte sich zum 1. September 2020 beworben. Das Testverfahren hatte er erfolgreich durchlaufen, dann lehnte das Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei seine Einstellung aber mit der Begründung ab, es bestünden wegen des Tattoos Zweifel an seiner charakterlichen Eignung. Der Zähne fletschende Löwenkopf wirke angriffslustig und aggressiv auf den Betrachter und er vermittle einen gewaltverherrlichenden Eindruck.

“Kein Rückschluss auf bedenkliche Einstellung”

Das Obergericht war anderer Meinung: Allein aufgrund der Tätowierung sei kein Rückschluss auf eine bedenkliche Einstellung des Mannes möglich, urteilte das OVG (Az.: 6 B 212/20, nicht anfechtbarer Beschluss vom 12. Mai).

Für die Beurteilung, ob der Anwärter sich an die Grundsätze der freiheitlich-demokratischen Grundordnung gebunden fühle, seien weitere Anhaltspunkte nötig, argumentierte das OVG. Der Antragsteller habe eine gewaltverherrlichende Einstellung dementiert und auf seine Trainertätigkeit und die dabei erworbenen soziale Kompetenzen hingewiesen. Für ihn stehe der Löwe für Stärke, Mut und Macht.

RND/dpa

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