• Startseite
  • Panorama
  • George Floyd: Tweet des Footballteams Las Vegas Raiders sorgt für Kritik

George Floyd: Tweet des Footballteams Las Vegas Raiders sorgt für Kritik

  • Die Geschworenen haben den Ex-Polizisten Derek Chauvin am Dienstag wegen des Mordes an George Floyd schuldig gesprochen.
  • Das Urteil löste zahlreiche Reaktionen im Netz aus, doch ein Tweet des Footballteams Las Vegas Raiders ging nach hinten los.
  • Was gut gemeint war, stößt auf heftige Kritik.
Anzeige
Anzeige

Der weiße Ex-Polizist Derek Chauvin hat sich des Mordes an dem Afroamerikaner George Floyd schuldig gemacht – das entschieden die Geschworenen im Prozess gegen den Angeklagten am Dienstag in Minneapolis. Der Schuldspruch sorgte für zahlreiche Reaktionen im Netz: Doch ein Tweet des Footballteams Las Vegas Raiders löst heftige Kritik aus.

Das Team teilte auf Twitter eine Montage mit schwarzem Hintergrund und dem Satz „I can breathe“ (zu Deutsch: „Ich kann atmen“) in großen weißen Lettern. Unter dem Satz steht das Datum der Urteilsverkündung: „4-20-21″. Der Beitrag ist an die Worte George Floyds angelehnt, die er vor seinem Tod sagte: „I can‘t breathe“ (deutsch: „Ich kann nicht atmen“). Seine Worte wurden weltweit auf den Black-Lives-Matter-Demonstrationen gerufen.

Anzeige

In der Kommentarspalte beschwerten sich die User über die Grafik und bezeichneten den Post als „taktlos“. Einer erklärte, der Tweet sei problematisch, „weil George Floyd immer noch nicht atmen kann, weil er tot ist“. So würde dieser Tweet implizieren, dass der Rassismus mit dem Urteil besiegt sei. „Kitschig und geschmacklos“, kommentierte eine andere Nutzerin. „Es ist noch nicht an der Zeit, durchzuatmen“, schrieb ein weiterer.

Raiders-Besitzer: „Das ist mein Tweet“

Trotz der Kritik wurde der Beitrag nicht gelöscht. Der Besitzer der Las Vegas Raiders, Mark Davis, erklärte gegenüber dem Kolumnisten Ed Graney von der Zeitung „Las Vegas Review-Journal“, dass er sich den Tweet ausgedacht habe. „Das ist mein Tweet. Das war ich. Ich will nicht, dass irgendjemand in der Organisation den Kopf hinhält. Ich übernehme die volle Verantwortung dafür“, sagte Davis. So habe er das Zitat von Floyds Bruder paraphrasieren wollen, der nach dem Schuldspruch Chauvins erklärte: „Heute können wir wieder aufatmen.“

Dem Journalisten Tashan Reed des Sportmagazins „The Athletic“ sagte der Raiders-Besitzer darüber hinaus: „Wenn ich die Familie beleidigt habe, dann bin ich tief, tief enttäuscht.“

Der Tweet der Raiders löste ebenfalls Kritik aus, weil der Satz bereits im Jahr 2014 von Gegnern der Black-Lives-Matter-Bewegung genutzt wurde: Nach der Tötung des Schwarzen Eric Garner bei einem Polizeieinsatz in New York – Garner hatte ebenfalls mit den Worten „I can‘t breathe“ um Hilfe gefleht – trugen die Unterstützer der Polizeibeamten T-Shirts mit dem Aufdruck „I can breath“.

Das habe Mark Davis aber laut eigener Aussagen nicht gewusst. „Ich hatte keine Ahnung davon. (...) Ich kann verstehen, dass man meine Worte aufgrund dieser Tatsache negativ auffassen könnte.“

RND/am

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen