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Schwarze Aktivisten fordern Überprüfung der deutschen Polizei

In US-Großstädten versammelten sich am Dienstag Demonstranten, um an George Floyd zu erinnern.

In US-Großstädten versammelten sich am Dienstag Demonstranten, um an George Floyd zu erinnern.

Der Schuldspruch im Fall George Floyd gegen den früheren Polizisten Derek Chauvin hat am Dienstag in Minneapolis für Erleichterung und Hoffnung gesorgt. Die Geschworenen haben Chauvin in allen Anklagepunkten – Mord zweiten Grades ohne Vorsatz, Mord dritten Grades, Totschlag zweiten Grades – für schuldig befunden. Die ganze Welt schaut auf die USA, doch deutsche Aktivisten hoffen auch hierzulande auf einen erneuten Anstoß der Rassismusdebatte.

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Urteil sei „nur ein kleiner Schritt“

Tahir Della von der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD) sagt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Natürlich ist das Urteil – die Höhe der Strafe gilt noch abzuwarten – nur ein kleiner Schritt, und nun gilt es die Arbeit der Polizei kritisch in den Blick zu nehmen und für einen grundlegenden Umbau zu sorgen“, erklärt der Pressesprecher.

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Das Beispiel in den USA würde zeigen, wohin es führe, wenn die Polizei sich aus diesem notwendigen Prozess ausklammere. Della fordert, dass auch hierzulande die Arbeit der Polizei von unabhängigen Stellen auf den Prüfstand gestellt werde. Denn in Deutschland gibt es ebenfalls Fälle von Polizeigewalt: „Wir haben auch eine ganze Reihe von Todesopfern durch Polizeigewalt zu beklagen und hier ist noch kein ausreichendes Problembewusstsein zu erkennen“, so der Sprecher der ISD. „Fälle wie der Tod von Oury Jalloh, das Terrornetzwerk aus Thüringen, Christy Schwundeck und viele weitere zeigen, wie tief das Problem sitzt.“

„Institutioneller Rassismus ist kein Phänomen, das es nur in den USA gibt“, so Della. „Nur wenn die politisch Verantwortlichen dies endlich erkennen, sind wir im Stande, Fälle wie die erwähnten zukünftig zu verhindern.“

Black Lives Matter: „Man kann nicht von Gerechtigkeit sprechen“

Auch die Organisation Black Community Foundation aus Stuttgart, die sich für die Interessen von Schwarzen einsetzt, äußert sich auf Instagram zum Schuldspruch Chauvins. Sie macht in der Stellungnahme deutlich, dass das Urteil nur „ein kleiner Schritt“ sei.

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„Auch wenn Chauvin zur Rechenschaft gezogen wurde, kann man leider noch lange nicht von Gerechtigkeit sprechen.“ Weiter heißt es: „Würden wir von Gerechtigkeit sprechen, dann wäre George Floyd heute noch am Leben.“ So müsse noch viel getan werden im Kampf gegen Polizeigewalt.

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