Prozess um George Floyds Tod: Zeugin belastet Angeklagten

  • Eine 18-jährige Zeugin hat im Prozess um den Tod von George Floyd ausgesagt.
  • Sie hatte die Festnahme mit ihrem Handy gefilmt, das Video ging um die Welt.
  • Sie belastete den Angeklagten schwer.
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Minneapolis. Im Strafprozess um den Tod von George Floyd hat die Jugendliche ausgesagt, die das Vorgehen der Polizisten mit ihrem Handy aufgenommen hatte. Sie habe Floyd und den auf ihm knienden Angeklagten gefilmt, weil sie das Vorgehen der Polizei für falsch gehalten habe. „Er hat gelitten, er hatte Schmerzen“, sagte die heute 18-Jährige am Dienstag. Die junge Frau habe zudem ihre jüngere Cousine in ein Geschäft geschickt, weil sie nicht gewollt habe, dass diese „einen verstörten, verängstigen Mann sieht, der um sein Leben bettelt“.

Das Video der jungen Frau gilt als zentrales Beweisstück im Prozess um die mutmaßliche Tötung des Schwarzen Floyds durch einen weißen Polizisten. Es zeigt, wie der inzwischen aus dem Polizeidienst entlassene Angeklagte Derek Chauvin Floyd mehr als neun Minuten lang sein Knie auf den Hals drückte. Umstehende riefen ihm wiederholt zu, dass er aufhören solle und Floyd keuchte, dass er nicht atmen könne. Die Videoaufnahme löste im vergangenen Jahr Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus aus, auch weit über die Grenzen der USA hinaus.

Video
Eine Chronologie: Was passierte im Fall George Floyd?
3:01 min
Der Prozess um die Tötung von George Floyd hat begonnen. Angeklagt ist unter anderem der Ex-Polizist Derek Chauvin. Eine Chronologie der Ereignisse.  © Lea Drabent/Reuters
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Zeugin über angeklagten Polizist: „Es war ihm egal“

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Der Zeugin kamen die Tränen, als sie die Szene noch einmal sah. Der Angeklagte habe die Umstehenden mit kaltem Blick angestarrt, sagte sie. „Es war ihm egal. Es schien, als ob es ihn nicht interessierte, was wir sagten“, schilderte sie.

Die Verteidigung versuchte zu zeigen, dass Chauvin und dessen Kollegen sich angesichts der zunehmend erregten Schaulustigen in einer angespannten Situation wiedergefunden, die sie auch abgelenkt habe. Die Zeugin sagte dazu aus, das Verhalten der Polizisten habe die Umstehenden bestürzt. Deswegen seien sie laut geworden, besonders weil der Angeklagte nicht reagiert habe. Als der Staatsanwalt fragte, ob sie irgendwo Gewalt gesehen habe, antwortete sie: „Ja, von den Polizisten, von Chauvin und von Wachtmeister Thao.“

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Verteidiger will darlegen, dass Polizisten bedroht wurden

Chauvins Kollege Tou Thao habe zu seinem Polizeiknüppel gegriffen, als eine Feuerwehrfrau ihn eindringlich gebeten habe, Floyds Puls prüfen zu dürfen, sagte die Zeugin. Daraufhin seien alle zurückgewichen.

Verteidiger Eric Nelson bemühte sich auch in einer weiteren Zeugenbefragung zu zeigen, dass die Menschen am Tatort die Polizisten bedroht hätten. Ein als Zeuge aufgerufener Wrestler habe Chauvin beleidigt und verspottet. Der Zeuge räumte ein, er sei wütend gewesen. Thao habe ihm an den Brustkorb gegriffen, woraufhin er gesagt habe, falls die Polizisten das noch einmal täten, werde er zurückschlagen. Der Zeuge versicherte aber, er habe seine Selbstbeherrschung nicht verloren.

RND/AP

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