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George-Floyd-Prozess gestartet: Familie kniet acht Minuten und 46 Sekunden vor Gerichtsgebäude

  • Die Hauptverhandlung im Fall George Floyd ist am Montag gestartet.
  • Vor dem Beginn verurteilte der Anwalt der Floyd-Familie die Polizeigewalt erneut.
  • Gemeinsam knieten Familienmitglieder acht Minuten und 46 Sekunden vor dem Gerichtsgebäude – so lange hatte der Ex-Polizist Chauvin auf dem Hals von Floyd gekniet.
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Washington. Fast ein Jahr nach der Tötung des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in den USA hat das Hauptverfahren gegen den weißen Ex-Polizisten Derek Chauvin begonnen. Ihm wirft die Anklage unter anderem Mord zweiten Grades vor, worauf im Bundesstaat Minnesota bis zu 40 Jahre Haft stehen. Der Prozess in der Stadt Minneapolis begann am Montag mit einem Eröffnungsstatement von Staatsanwalt Jerry Blackwell. Chauvin habe gegen den unbewaffneten Floyd „exzessive“ und unverhältnismäßige Gewalt eingesetzt und damit seine Pflichten als Polizist verletzt, sagte er. Floyd sei in Handschellen gewesen und habe 27 mal gefleht, ihn atmen zu lassen, doch Chauvin habe nicht von ihm abgelassen, so Blackwell.

Unmittelbar zuvor hatte Richter Peter Cahill die zwölf Geschworenen und zwei Ersatzmitglieder der Jury vereidigt, die letztlich über Chauvins Schuld oder Unschuld befinden werden. Cahill geht davon aus, dass das Verfahren bis zu einem Monat dauern könnte.

„Was George Floyd getötet hat, war eine Überdosis an exzessiver Gewalt“

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Familienmitglieder und der Anwalt Ben Crump haben zuvor in Gedenken an den getöteten Schwarzen acht Minuten und 46 Sekunden vor dem Gerichtsgebäude gekniet. So lange hatte Chauvin auf Floyds Hals gekniet, woraufhin Floyd zu Tode kam. Crump verurteilte die Gewalt von Seiten der Polizei gegen den getöteten Afroamerikaner am Montag aufs Neue. „Was George Floyd getötet hat, war eine Überdosis an exzessiver Gewalt“, sagte Ben Crump am Montag dem Nachrichtensender CNN. Er rechne damit, dass die Verteidiger des angeklagten Ex-Polizisten Derek Chauvin vor Gericht versuchen werden, Floyds Ansehen in Verruf zu bringen.

Die Tatsache, dass Rückstände von Drogen in dessen Blut gefunden wurden, lenke jedoch nur von der eigentlichen Todesursache ab: dass Chauvin sein Knie minutenlang in Floyds Nacken gepresst habe.

Chauvin hat auf nicht schuldig plädiert

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Der 46-jährige Floyd war am 25. Mai 2020 in Minneapolis bei einer brutalen Festnahme ums Leben gekommen. Videos haben dokumentiert, wie Polizisten den unbewaffneten Floyd zu Boden drückten. Chauvin presste dabei sein Knie gut acht Minuten lang in Floyds Hals, während dieser flehte, ihn atmen zu lassen. Floyd verlor der Autopsie zufolge das Bewusstsein und starb. Die Beamten hatten Floyd wegen des Verdachts festgenommen, mit einem falschen 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben.

Chauvin hat auf nicht schuldig plädiert. Der schwerwiegendste Anklagepunkt lautet Mord zweiten Grades ohne Vorsatz. Nach deutschem Recht entspräche dies eher dem Totschlag. Zudem wird Chauvin auch Mord dritten Grades vorgeworfen, worauf bis zu 25 Jahre Haft stehen. Auch muss er sich wegen Totschlags zweiten Grades verantworten, worauf zehn Jahre Haft stehen. Der Ex-Polizist ist derzeit auf Kaution frei und muss während des Prozesses anwesend sein.

Die Erwartungen an das Verfahren sind groß, denn Floyds Schicksal hatte in den USA mitten in der Corona-Pandemie monatelang zu Massenprotesten gegen Polizeigewalt und Rassismus geführt.

RND/dpa

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