Geboren am 1. April.: Wie es ist, ein “Aprilscherz” zu sein

  • Am 1.4. werden traditionell die Mitmenschen mit Scherzen “in den April geschickt”.
  • Doch wie lustig ist es eigentlich, an dem Tag Geburtstag zu feiern?
  • Ein Erfahrungsbericht.
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“Lena ist heute zur Welt gekommen” – “Ja klar, April, April”. Meine Geburt, zwei Wochen früher als geplant, hielten unsere Verwandten Ende der 80er Jahre für einen Aprilscherz – wenn auch für einen ziemlich gelungenen. Die Anekdote lässt erahnen, wie es ist, ein Leben lang am 1. April Geburtstag zu haben. An dem Tag, an dem sich vor allem Kinder, aber auch Erwachsene Streiche spielen und “in den April schicken”.

Einen klaren Vorteil hat das Datum: Kaum jemand vergisst, dass man an diesem Tag ein Jahr älter wird. Weihnachts- und Neujahrskinder kennen das. Mit dem kleinen Unterschied, dass sich an diesen Tagen Gratulanten nicht denken: “Ich könnt ja mal versuchen….”

Überraschungen? Bitte nicht!

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Meine größte Freude? Leuten den Streich zu verderben. Dafür muss man ihn allerdings zunächst korrekt als solchen identifizieren. Als meine Oma mir zum 16. Geburtstag ein Pokemon-T-Shirt (in dem Alter natürlich schon laaaaange out) geschenkt hat, gab ich vor, auf den Scherz einzusteigen – bis ich bemerkte, dass es keiner war. Was bleibt: Noch heute bin ich kein Freund von Überraschungen.

Lustig ist der Tag meistens trotzdem. Aber wie oft ich wirklich über Aprilscherze lache? Selten. Was an der Tatsache liegt, dass es einfach fast keinen mehr gibt, den man über die Jahre nicht schon an mir ausprobiert hat. “Ich hab dein Geschenk vergessen” oder “Du musst heute doch arbeiten” werden auch beim dritten Mal nicht besser. Einmal ist ein Scherz sogar in Tränen geendet: Über “Wir können nicht zu deinem Geburtstag kommen, wir hatten einen Autounfall” kann ich auch heute noch nicht lachen.

Die Coronakrise hat selbst auf den 1.4. Einfluss

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Ein Gutes hat das Älterwerden: Die Streiche werden deutlich weniger. Abgelenkt vom Partytrubel, zwischen Geschenkeauspacken und Anrufe-Entgegennehmen, gerät das Datum an sich plötzlich völlig aus den Augen. Man wiegt sich mehr in Sicherheit – und fällt plötzlich nach so vielen Jahren doch wieder drauf rein.

Übrigens: Ein Geburtstagsgeschenk kam wegen der Coronakrise in diesem Jahr per Post – und ein paar Tage zu früh. Was drin war? Eine Packung Mehl und zwei Rollen Klopapier. Den fand ich gar nicht mal so schlecht.

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Ich werde heute übrigens 19.


April, April!

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