Leichnam von Gabby Petito zur Einäscherung freigegeben

  • Nachdem die Autopsie des Leichnams von Gabby Petito abgeschlossen ist, haben die US-amerikanischen Behörden diesen zur Einäscherung freigegeben.
  • Die Familie ist Medienberichten zufolge nach New York gereist, um die sterblichen Überreste abzuholen.
  • Noch immer gibt es keinen Tatverdächtigen beziehungsweise keine Tatverdächtige.
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Am Dienstag bestätigten die US-Strafverfolgungsbehörden, dass die 22-jährige Gabby Petito erwürgt wurde. Das geht aus einem Autopsiebericht hervor. „Wir sind nur mit der Fest­stellung der Todes­ursache (...) betraut. Wer das Tötungs­delikt begangen hat, ist Sache der Straf­verfolgungs­behörden“, sagte der zuständige Gerichtsmediziner in Teton County im US-Staat Wyoming.

Nun wurde der Leichnam der jungen Frau offenbar zur Einäscherung freigegeben. Das berichten mehrere US-Medien übereinstimmend. Die Familie von Petito sei nach New York gereist, um dort die sterblichen Überreste der Tochter abzuholen – und um mit den Ermittlerinnen und Ermittlern über den aktuellen Stand der Ermittlungen zu sprechen.

Freund wird noch immer vermisst

Die 22-Jährige wurde vor rund einem Monat als vermisst gemeldet und Tage später tot im Bundesstaat Wyoming aufgefunden. Bereits vor einigen Wochen hatte die Gerichtsmedizin erklärt, dass sie in dem Fall von einem Tötungsdelikt ausgehe.

Der Fall findet sowohl in den USA als auch international Beachtung – nicht zuletzt, weil das Paar aus Florida zahlreiche Bilder und Videos von seiner Reise in den sozialen Netzwerken teilte. Die beiden waren im Sommer zu einem Trip durch die USA aufgebrochen. Am 1. September kam der Freund laut Polizei allein zurück nach Hause nach Florida. Zehn Tage später meldeten Petitos Eltern ihre Tochter als vermisst. Warum die Reise des Paares, das auf Bildern glücklich wirkte, ein tödliches Ende nahm, ist offen. Von ihrem Freund fehlt mittlerweile jede Spur – dessen Eltern hatten ihn Mitte September als vermisst gemeldet.

Kritik an Aufmerksamkeit für Petitos Fall

Gegen den verschwundenen Freund hatten die Behörden Ende September Haftbefehl wegen Bankbetrugs erlassen. Der junge Mann habe zwischen dem 30. August und 1. September unbefugt mit einer Bankkarte rund 1000 Dollar abgehoben, hieß es in einem entsprechenden Gerichtsdokument des Bezirksgerichts in Wyoming. Darin stand allerdings nicht, wem die Karte gehörte. Dem Freund wurde bislang keine Straftat im Zusammenhang mit Petitos Tod zur Last gelegt. Die Polizei fahndet Medienberichten zufolge noch immer in einem großen Naturschutzgebiet in Florida nach dem 23-Jährigen.

In US-Medien und sozialen Netzwerken gab es in den vergangenen Wochen auch Kritik an Umfang und Intensität der Berichterstattung. Nach Behördenangaben galten Ende vergangenen Jahres landesweit rund 90.000 Vermisstenmeldungen als aktiv. Nur wenige dieser Fälle erhielten so viel Aufmerksamkeit wie der von Petito, bemerkten Kritiker.

RND/goe/dpa

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