Fünf demenzkranke Nonnen sterben in Kloster an Corona

  • In einem Kloster im US-Staat Wisconsin bricht das Coronavirus aus, für fünf Nonnen kommt jede medizinische Hilfe zu spät.
  • Die Ordensschwestern erliegen den Folgen der Infektion.
  • Die Betroffenen lebten im “Lady of the Angels”-Kloster, einer Einrichtung für Demenzkranke.
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Greenfield. Im US-Staat Wisconsin sind fünf Ordensschwestern des “Lady of the Angels”-Klosters innerhalb von nur zwei Wochen am Coronavirus gestorben. Das Kloster ist darauf spezialisiert, an Altersdemenz leidende Nonnen aus dem gesamten Mittleren Westen der USA zu pflegen. Laut der “New York Times” verbreitete sich das Covid-19-Virus dort so schnell, dass erst nach dem Tod der Nonnen Marie June Skender, Mary Regine Collins, Annelda Holtkamp, Mary Francele Sherburne und Bernadette Kelter die Ursache klar wurde. Tests ergaben, dass auch vier Ordensschwestern aus dem Betreuungsstab Covid-19-positiv waren.

Keine Corona-Tests im Kloster

Das “Lady of the Angels”-Kloster hatte Anfang April für Besucher seine Tore geschlossen, um die Sicherheit der Nonnen zu gewährleisten. Allerdings wurden diese nicht auf das Coronavirus getestet. Sprecher Michael O‘Loughlin von der “Sister of St. Francis”-Gemeinde: “Die Ärzte hatten entschieden, dass ein Abstrich durch die Nase zu traumatisierend für die an Demenz leidenden Nonnen gewesen wäre. Wir haben uns allerdings an alle Regeln mit Abstandhalten sowie anderen Vorsichtsmaßnahmen gehalten.”

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Darren Rausch, Direktor des Gesundheitsamtes im benachbarten Greenfield, nimmt die Verantwortlichen des Klosters in Schutz: “Wir waren seit März in ständiger Kommunikation und sie haben alles versucht, die Nonnen zu schützen. Es ist allerdings eine große Herausforderung, weil Menschen mit Altersdemenz oft nicht mehr kommunizieren können, wenn es ihnen nicht gut geht.”

RND/sin

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