Friseurverband: „Harter Lockdown über Ostern sinnvoll“

  • Während der Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz von Montag vielerorts für Kritik sorgt, gibt es aus einer Ecke überraschend Unterstützung.
  • Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks kann die Entscheidung zum harten Lockdown über Ostern nachvollziehen.
  • Friseursalons müssen zwischen dem 1. und 5. April durchgehend schließen.
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Die beschlossenen Corona-Maßnahmen aus der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am Montag könnten, je nach Umsetzung der Länder, zu dem härtesten Lockdown seit Ausbruch der Pandemie führen. Die strengen Regeln sollen das exponentielle Wachstum bei der Ausbreitung des Coronavirus stoppen.

Kritik an den Beschlüssen gibt es aus vielen Richtungen, so beispielsweise auch aus der Kultur. Doch überraschende Unterstützung erhält das Papier aus dem Friseurhandwerk. „Ein harter Lockdown über Ostern ist sicherlich angesichts des dynamischen Infektionsgeschehens in Deutschland sinnvoll“, so Harald Esser, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks in einer Pressemitteilung. Die Friseursalons müssen aufgrund der sogenannten erweiterten Ruhezone zu Ostern zwischen dem 1. und dem 5. April bundesweit schließen, vorausgesetzt die einzelnen Bundesländer setzen den Beschluss dementsprechend auch um. „Damit fallen allerdings erneut zwei wichtige Tage des Ostergeschäfts für unsere Betriebe weg“, heißt es weiter.

Corona-Hilfen wurden noch immer nicht vollständig ausgezahlt

Obwohl die Friseursalons seit dem 1. März wieder geöffnet haben, gibt es Probleme mit den Hilfezahlungen aus der Lockdownzeit. „Viele warten immer noch auf die angekündigten Abschlagszahlungen der Überbrückungshilfe III, die müssen jetzt schnellstens ankommen. Nichtsdestotrotz sind wir über den erfolgreichen Re-Start unserer Branche natürlich sehr glücklich“, wird Esser in der Mitteilung zitiert.

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Kritisch sieht der Verband auch die Impfkampagne: „Impfen ist das zentrale Instrument, mit dem wir aus dieser Pandemie herauskommen. Hier hakt es weiter erheblich, mit fatalen Folgen. Zwar wird auch von der Bundesregierung die Devise ‚impfen, impfen, impfen‘ ausgegeben, aber es fehlt das entsprechende Handeln“, teilt der Verbandspräsident mit.

Der Zentralverband des Friseurhandwerks vertritt bundesweit etwa 80.000 Salons mit 240.000 Beschäftigten und 20.000 Auszubildenden. Das nächste Beratungstreffen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Länderchefs zu den Corona-Regeln wurde für den 12. April angesetzt.

RND/goe

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