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Freund soll Angriffe auf schwangere Minderjährige in Auftrag gegeben haben

  • Eine schwangere Minderjährige ist in Hamburg zweimal überfallen worden.
  • Die Polizei hat ihren 26-jährigen Freund im Verdacht, der die Aufträge zu den Angriffen gegeben haben soll.
  • Offenbar wollte der Mann damit erreichen, dass das Mädchen ihr Kind verliert, teilt die Polizei mit.
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Hamburg. Schläge und Tritte gegen den Bauch: Ein 26-Jähriger soll in Hamburg zwei Überfälle auf seine schwangere Freundin in Auftrag gegeben haben, damit die Minderjährige ihr Kind verliert. Der Mann sitze in Untersuchungshaft, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Zuvor hatte das „Hamburger Abendblatt“ berichtet. Gegen den Mann wird laut Polizei wegen versuchten Schwangerschaftsabbruchs in einem besonders schweren Fall in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Außerdem werfen die Ermittler ihm vor, eine Straftat vorgetäuscht zu haben.

Im April vergangenen Jahres war das Paar nach Polizeiangaben in Blohms Park im Stadtteil Horn unterwegs. Dort habe der Syrer in arabischer Sprache telefoniert, so dass die damals 17-Jährige nicht verstehen konnte, worum es ging, berichtete der Polizeisprecher. Plötzlich sei ein anderer Mann aufgetaucht, habe die junge Frau ins Gesicht geschlagen. Ihr wurde eine Jacke über den Kopf gezogen, jemand trat ihr gezielt gegen den Bauch. Die Frau war zu dem Zeitpunkt im achten Monat schwanger.

Kind per Notkaiserschnitt geboren

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Der 26-Jährige alarmierte die Polizei und berichtete, er und seine Freundin seien Opfer eines Raubüberfalls geworden. Einen Tag später kam das Kind per Notkaiserschnitt zur Welt. Der Junge sei gesund, teilte der Sprecher mit.

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Erst nach diesem Überfall berichtete die 17-Jährige der Polizei, dass es im Oktober 2019 in den ersten Monaten ihrer Schwangerschaft in einem Park in Hamburg-Billstedt schon einmal einen solchen Vorfall mit ähnlichem Ablauf gegeben habe. Das Baby habe keinen Schaden erlitten, sagte die junge Frau bei ihrer Vernehmung. Sie habe damals keine Anzeige erstattet und erst später Verdacht geschöpft, dass hinter den Vorfällen ihr Freund stecken könnte. „Es wurde Gewaltschutz beantragt“, sagte der Polizeisprecher. Doch der 26-Jährige habe noch mehrmals Kontakt zu der Frau aufgenommen.

Mann streitet Vorwürfe ab

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Bei Vernehmungen habe der Mann alles abgestritten, hieß es. Erst im Dezember habe er bei einem Gespräch mit der Mutter seines Sohnes eingeräumt, dass er die Taten inszeniert habe, weil er kein Vater werden wollte. Er soll ihr gedroht haben, falls sie der Polizei von seinem Geständnis berichte. Doch die junge Frau ließ sich nicht einschüchtern. Der Mann wurde Anfang Januar festgenommen.

Es erging Haftbefehl wegen Verdunklungsgefahr. Ein ebenfalls 26 Jahre alter Mittäter ist laut Polizei inzwischen ermittelt. Es sitze jedoch nicht in U-Haft, weil kein dringender Tatverdacht vorliege, sagte der Polizeisprecher. Auch dieser Mann streite bei polizeilichen Vernehmungen alle Vorwürfe ab. Ob er für beide Taten verantwortlich sei oder es noch einen weiteren Täter gebe, sei noch unklar.

RND/dpa

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