Erste Freibäder öffnen in NRW – Reges Interesse schon am frühen Morgen

  • Nach Sachsen öffneten am Mittwoch auch in Nordrhein-Westfalen die Freibäder wieder.
  • Schon am Morgen gab es vielerorts großen Zuspruch zum Badebetrieb.
  • Die Abstands- und Kontaktgebote gelten allerdings auch auf der Liegewiese und im Wasser.
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Ochtrup/NRW. Die ersten Freibäder in Nordrhein-Westfalen haben unter besonderen Schutzmaßnahmen geöffnet – und die Lust auf einen Sprung ins kühle Nass ist groß. So warteten die ersten Schwimmfans in Ochtrup im nördlichen Münsterland bereits um kurz vor 6 Uhr morgens auf den Einlass. Hier war die Freude doppelt groß, denn das Bergfreibad wurde saniert. 2019 war die Freibadsaison in der Stadt im Kreis Steinfurt bis auf drei Tage ausgefallen.

Überall müssen sich die Gäste auf Zugangsbeschränkungen und neue Regeln einstellen. Der spontane Sprung ins kühle Nass nach der Arbeit wird nicht überall uneingeschränkt möglich sein, wie Christian Ochsenbauer, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfB), zur bundesweiten Situation in der Corona-Krise sagte. Stattdessen wollten viele Bäder Zeitkarten und Onlineanmeldungen anbieten, um die Besucherströme zu kanalisieren.

Schwimmmeister Björn Bendias desinfiziert zwischen zwei Schwimmzeiten die Handläufe neben dem Schwimmbecken im Bergfreibad Ochtrup. © Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa
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Abstands- und Kontaktgebote gelten auch im Wasser

Für die Becken empfiehlt die DGfB eine Zugangsbeschränkung, sodass die Abstandsregeln auch im Wasser eingehalten werden können. “Es kann dann schon passieren, dass die Leute in einer Warteschlange vor dem Becken stehen müssen”, verdeutlichte Ochsenbauer. Auch auf den Liegewiesen gelten die bekannten Abstands- und Kontaktgebote – Bademeister oder Securitykräfte sollen für deren Einhaltung sorgen.

Sorgen machen, dass sich das Virus über das Wasser verbreitet, muss sich laut einer Behördeneinschätzung niemand: Nach Angaben des Umweltbundesamtes sorgen Filtration und Desinfektion in herkömmlichem Schwimmbadwasser dafür, dass Viren verlässlich inaktiviert werden.

Über die Öffnung der Freibäder entscheiden in der Corona-Krise die Länder: In Sachsen dürfen sie schon seit dem 15. Mai wieder die Pforten öffnen, in Nordrhein-Westfalen war es am Mittwoch so weit.

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Gäste schwimmen im Schwimmbecken im Bergfreibad Ochtrup. © Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa

Vorbereitungszeit zur Öffnung reichte vielerorts nicht aus

Aber nicht jede Kommune in NRW war bereits bereit, die Freibäder am Mittwoch zu öffnen. Die Vorbereitungszeit für das Füllen der Becken und die Umsetzung der umfangreichen Schutzmaßnahmen reichte nach der Freigabe durch die Landesregierung in vielen Städten nicht aus.

Das Wetter spielte am Mittwochmorgen nicht überall mit. Mancherorts sprangen die Gäste bei grauem Himmel ins Wasser. Für den Feiertag am Donnerstag sagen die Meteorologen aber viel Sonne und Temperaturen von 23 Grad im Bergland bis lokal 28 Grad im Rheinland voraus. In mehreren Freibädern gibt es für den Vatertag keine Eintrittskarten mehr: So waren bereits am Dienstag für das Düsseldorfer Strandbad Lörick und das Bergfreibad Ochtrup online keine Termine frei.

“Wir haben die ersten 100 Schwimmer ab 6 Uhr eingelassen”, sagte der Leiter der Stadtwerke Ochtrup, Robert Ohlemüller, zur Eröffnung am Mittwoch als Badbetreiber. “Bereits die Frühschwimmer standen Schlange.” Wie auch in anderen Bädern in NRW galten für den Start strenge Regeln. So sind vorerst die warmen Duschen im Bereich der Umkleidekabinen geschlossen. Nach dem ersten Durchgang folgte eine Reinigung, bevor dann erneut 100 Schwimmer ins Bergfreibad durften.

Die ersten Gäste ziehen morgens ihre Bahnen im Schwimmbecken im Bergfreibad. Die Freibäder dürfen erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie öffnen. © Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa
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Einlass nur nach vorheriger Onlineanmeldung

“Wir lernen jetzt und schauen, wie die Leute sich verhalten. Nach der ersten Woche werden wir entscheiden, ob wir mehr als 100 zulassen”, sagt Ohlemüller. Von den Regeln her dürften es ein paar mehr sein. Der Einlass ist nur nach vorheriger Onlineanmeldung möglich.

In Ochtrup war Schwimmmeister Björn Bendias am Morgen zufrieden: “Ich bin sehr froh, dass es wieder losgeht. Es war schon so mit der Baustelle nervenaufreibend. Jetzt wäre es schön, kein Corona zu haben. Aber besser so, als gar nicht aufzumachen.” Marianne Hess ist eine typische Frühschwimmerin und ging vor der Corona-Krise täglich ins Wasser. “Es war ganz schrecklich, die lange Zeit ohne”, sagte Hess in Ochtrup, als sie zum ersten Mal wieder aus dem Becken stieg.

RND/dpa

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