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Frau und dreijähriger Sohn vermisst: „Wir gehen von Freiheitsberaubung aus“

  • Eine Frau und ihr dreijähriger Sohn werden in Meckenheim (NRW) am Donnerstag in ein Auto gezogen.
  • Der zunächst tatverdächtige, getrennt lebende Ehemann wird am Freitag wieder freigelassen.
  • Die Polizei fahndet international, geht von Freiheitsberaubung aus.
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Die Bonner Polizei sucht fieberhaft nach einer vermissten 34-jährigen Frau und ihrem dreijährigen Sohn. Beide wurden am Donnerstagvormittag gegen ihren Willen in Meckenheim im Süden Nordrhein-Westfalens von mehreren Personen in ein Auto gezogen. „Wir gehen weiterhin von einer Freiheitsberaubung aus“, sagte Michael Beyer, Pressesprecher des Bonner Polizeipräsidiums dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Hinweise auf ein Gewaltverbrechen haben wir derzeit nicht.“

Schon am Donnerstag sei eine internationale Fahndung eingeleitet worden, so Beyer.

„Es gab einen Fall von häuslicher Gewalt im Jahr 2020“

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Die Polizei verdächtigte zunächst den getrennt lebenden 39-jährigen Ehemann, er wurde im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndung am Donnerstagnachmittag an seiner Wohnanschrift in Ratingen vorläufig festgenommen. Am Freitag ließ die Polizei den Mann allerdings wieder frei. Dem 39-Jährigen habe nach bisherigen Ermittlungen „keine direkte Beteiligung an dem Tatgeschehen“ nachgewiesen werden können, teilte die Polizei am Freitag mit. Die Ermittlungen laufen demnach weiter.

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„Es gab einen Fall von häuslicher Gewalt im Jahr 2020, nachdem sich die Frau von dem Mann getrennt hatte″, sagte Beyer. Sie sei dann mit ihrem dreijährigen Sohn nach Meckenheim gezogen. Laut Beyer sollte es in Kürze eine gerichtliche Entscheidung hinsichtlich des Sorgerechtes für den gemeinsamen Sohn geben.

Derzeit gebe es – auch nach Veröffentlichung der Fotos der Gesuchten – keine aktuellen Hinweise auf den Aufenthaltsort der beiden, so Beyer. Ermittlungen zu zwei Frauen, die nach Zeugenangaben den Tatverdächtigen vor Ort unterstützt haben sollen, dauern ebenfalls an.

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Wer hat die abgebildete Frau gesehen? Hinweise an die Polizei Bonn unter 0228 15-0. © Quelle: Polizei Bonn

Außer Landes gebracht?

Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse sei es dennoch nicht ausgeschlossen, dass die 34-Jährige und ihr dreijähriger Sohn von anderen – bislang nicht bekannten – Mittätern außer Landes gebracht wurden. Deswegen fahndet die Polizei international.

Wer hat den abgebildeten Jungen gesehen? Hinweise an die Polizei Bonn unter 0228 15-0. © Quelle: Polizei Bonn

Die Verschwundenen lebten in einem Mutter-Kind-Heim

Bei der Einrichtung, in der die beiden Gesuchten lebten, habe es sich nicht etwa um ein Frauenhaus, sondern um ein Mutter-Kind-Heim gehandelt. Zwar sei eine solche Kategorie ebenfalls ein schützenswerter Ort, habe aber einen anderen Status als die geheimen Frauenhäuser.

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Bei der Bonner Polizei hat eine Ermittlungskommission in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft die weiteren Ermittlungen und die Koordinierung der internationalen Fahndungsmaßnahmen übernommen. Wer Hinweise zum Aufenthaltsort der Personen geben kann, wird gebeten, sich an die Polizei Bonn unter der Rufnummer 0228 15-0 oder an die Polizei der Kreispolizeibehörde Mettmann unter der Rufnummer 02104 9826210 zu wenden.

RND/big

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