Mutmaßlicher Mörder flüchtet durch eingeschlagenes Zugfenster

  • Nach der tödlichen Attacke auf eine Frau in Göttingen ist der mutmaßliche Mörder am Morgen nur knapp der Polizei entkommen.
  • Bahnmitarbeiter entdeckten Frank N. in einem Zugabteil.
  • Um sich der Festnahme zu entziehen, schlug der 52-Jährige ein Fenster ein und sprang in Elze aus dem Zug.
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Göttingen. Bei der Fahndung nach Frank N. (52), einem mutmaßlichen Mörder aus Göttingen, ist in Elze bei Hildesheim ein Zug gestoppt worden. Nach einem Hinweis des Personals sei der Zug am Freitagmorgen angehalten worden, sagte eine Polizeisprecherin. Es habe einen Hinweis vom Personal auf den Gesuchten gegeben. „Als die Beamten eintrafen, flüchtete die Person aus dem Zug. Die Suche dauert an“, sagte sie am Mittag. Auch eine Drohne, ein Hubschrauber und Spürhunde waren im Einsatz.

Die Hildesheimer Allgemeinen Zeitung berichtet, dass das Personal des Zuges den Gesuchten erkannt und ihn in einem Waggon eingeschlossen habe. Doch N. habe die Scheiben des Waggons mit einem Nothammer eingeschlagen und sei im Bahnhof Elze aus dem Fenster gesprungen. Der Bahnhof des Ortes westlich von Hildesheim in Niedersachsen wurde gesperrt.

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Tödliche Attacke auf Frau in Göttingen: Fahndung geht weiter
0:40 min
Nach der tödlichen Attacke auf eine Frau in Göttingen verfolgt die Polizei nun eine heiße Spur vom flüchtigen Täter – und sperrte einen Bahnhof bei Elze ab.  © dpa
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Verspätungen und Zugausfälle wegen der Fahndung

Wegen der Sperrung kam es im Bahnverkehr zu großen Verzögerungen. Die Deutsche Bahn schrieb auf ihrer Internetseite: „Aufgrund polizeilicher Ermittlungen im Bahnhof Elze sind der dortige Bahnhof und die Strecke zwischen Hannover beziehungsweise Hildesheim und Göttingen zurzeit gesperrt.“ Es komme zu starken Einschränkungen im Fernverkehr, inesbesondere in Niedersachsen und Hessen. Beim privaten Bahnunternehmen Metronom gab es ebenfalls Behinderungen.

Bei einem Streit auf offener Straße soll der 52 Jahre alte Mann am Donnerstag in Göttingen eine Bekannte umgebracht haben. Sie starb noch am Tatort. Zeugen, die dem 44 Jahre alten Opfer helfen wollten, wurden laut Polizei ebenfalls von dem Täter attackiert. Die Ermittler veröffentlichten Fotos von dem Verdächtigen und warnten davor, ihn anzusprechen. Sie gehen davon aus, dass er noch immer bewaffnet ist.

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Auch in Göttingen lief am Morgen die Fahndung weiter

Auch im Göttinger Stadtgebiet war die Fahndung am Morgen fortgesetzt worden. Das Verbrechen hatte sich gegen 13 Uhr am Donnerstag ereignet. Laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung stach der Mann das Opfer zunächst nieder, schlug dann mit einem Feuerlöscher auf die Frau ein, übergoss sie mit Benzin und zündete sie an - die Polizei wollte zu diesen Details zunächst nichts Näheres sagen. Beim Opfer soll es sich um die frühere Lebensgefährtin des Mannes handeln.

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Den Beamten zufolge floh der Mann nach der Bluttat auf einem Fahrrad mit Packtaschen. Sie suchten zeitweise mit einem Hubschrauber nach ihm. Der Bereich rund um den Tatort im Stadtteil Grone wurde weiträumig abgesperrt. Die Deutsche Bahn sperrte bereits am Donnerstag vorsorglich den Göttinger Bahnhof und die Strecke zwischen Hannover und Kassel, mehrere Züge im Fernverkehr wurden umgeleitet. Die Sperrung war zwischenzeitlich aber wieder aufgehoben worden.

Polizei hat Hinweistelefon geschaltet

Zur Aufklärung des Verbrechens hat die Polizei eine Mordkommission „Zollstock“ eingerichtet und ein Hinweistelefon freigeschaltet. Es sei rund um die Uhr unter der Nummer 0551/4913000 erreichbar, teilte die Polizei mit.

Mehr zum Thema beim Göttinger Tageblatt, einem Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland:

RND/seb/dpa