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500 „Querdenker“ protestieren in Frankfurt – größere Demo kurzfristig abgesagt

  • Rund 1000 Anhänger der „Querdenken“-Bewegung hatten sich für einen Protest am Sonntag in Frankfurt angekündigt, sagten die Demo dann aber kurzfristig ab.
  • Vermutlich auch, weil sie nicht vor dem Hessischen Rundfunk aufziehen durften.
  • Rund 500 „Querdenker“ protestierten dann spontan doch noch gegen die „gleichgeschalteten“ Medien, es gab eine Festnahme.
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Frankfurt a.M.. Gegen die Corona-Politik sind in Frankfurt nach Polizeiangaben rund 500 Menschen auf die Straße gegangen. Sie protestierten gegen die „gleichgeschalteten“ Medien. Die Polizei war am Sonntag mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Beamten nahmen nach eigenen Angaben einen Versammlungsteilnehmer fest. Die Person habe sich geweigert, eine Maske zu tragen und sei aggressiv geworden. Andere Zwischenfälle zwischen Demonstranten und Ordnungshütern seien nicht bekannt, sagte eine Polizeisprecherin.

Nachdem eine groß angekündigte Kundgebung mit rund 1000 Teilnehmern am Sonntag kurz vor dem Start abgesagt worden war, kamen im Anschluss laut Polizei zunächst etwa 200 Leute am Versammlungsort zusammen. Dazu gab es den Angaben zufolge vereinzelte Protestgruppen im Stadtgebiet. Auf Schildern der Demonstranten stand unter anderem „Nie wieder Lockdown“.

Anmeldung für eine Kundgebung am Rebstockpark kurzfristig abgesagt

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Die Teilnehmer standen der Polizei zufolge teils weit auseinander, einige hätten Pappschilder getragen. Es habe aber auch Teilnehmer gegeben, welche die Abstands- und Maskenpflicht nicht eingehalten hätten, sagte eine Polizeisprecherin.

Teilnehmer der Demonstration der Initiative „Querdenken“ halten ein Banner mit der Aufschrift „Liebe Polizei, Ihr habt doch auch Familie und Ihr habt Verstand – nutzt ihn“ hoch. © Quelle: Boris Roessler/dpa

Die Anmeldung für eine Kundgebung am Rebstockpark unter dem Motto „Wie viel kann man euch noch glauben? – Medienkritik und Kulturerhalt“ hatte die Veranstalterin nach den Angaben des Polizeisprechers am Mittag kurzfristig zurückgezogen.

Anschließend habe sich ein anderer Veranstaltungsleiter gemeldet und die neue Protestaktion angemeldet, erklärte die Sprecherin. Die Polizei habe dies unter der Auflage, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen sowie eine Abstandsregelung einzuhalten, genehmigt.

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Aufzug vor Hessischem Rundfunk vom Ordnungsamt untersagt

Die „Querdenker“ hatten ursprünglich an der Bertramswiese vor dem Hessischen Rundfunk aufziehen wollen. Das Ordnungsamt verlegte die Versammlung jedoch am Freitag an den Rebstockpark am Stadtrand. Ein nach der Kundgebung angemeldeter Demonstrationszug zur Konstablerwache in der Innenstadt untersagte die Behörde ganz.

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Außerdem versammelten sich den Angaben zufolge zwischenzeitlich rund 100 Demonstranten in der Nähe der Europäischen Zentralbank (EZB).

Diese Gruppe sei über Lautsprecher aufgefordert worden, sich aufzulösen, teilten die Beamten mit. Sie kontrollierten bei beiden Treffen die Beachtung der Hygieneregeln. Rund 150 Menschen demonstrierten derweil vor dem Hauptgebäude des Hessischen Rundfunks (HR) gegen den Aufmarsch der „Querdenker“.

Harsche Kritik an der Demonstration der „Querdenken“-Bewegung hatten zuvor unter anderem die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) und der Deutsche Journalistenverband (DJV) geübt.

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Der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker warnte vor einer Teilnahme an der Demonstration, weil sie nicht der Meinungsäußerung diene, sondern der Einschüchterung von Presse, Medien und Gesellschaft. Wer dort mitlaufe und applaudiere, der sekundiere dem Extremismus und dem Antisemitismus.

RND/dpa/epd/seb

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