Kein Prozess wegen Corona: Bewährung für Rockerkönig Frank Hanebuth

  • Das Amtsgericht Hannover hat Strafbefehle gegen Rockerkönig Frank Hanebuth (55) und fünf weitere Angeklagte erlassen.
  • Weil Hanebuth an einer Schlägerei beteiligt gewesen seil soll, erhielt er eine viermonatige Haftstrafe auf Bewährung.
  • Noch ist nicht klar, ob der Strafbefehl Bestand haben wird.
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Hannover. Der ehemalige Chef der hannoverschen Hells Angels, Frank Hanebuth, ist wegen Beihilfe zu Körperverletzung und Nötigung zu vier Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Ein entsprechender Strafbefehl sei erlassen worden, berichtet die “Neue Presse”. Der 55-Jährige und fünf weitere Männer sollen an einer Schlägerei beteiligt gewesen sein, die von einer Überwachungskamera aufgezeichnet wurde.

Die sechs Männer sollen im April 2018 einen Werkstattbesitzer, der einem der Angeklagten, Tadeusz G. (45), 2500 Euro schuldete, auf seinem Firmengelände in Langenhagen aufgesucht haben. G. soll dem Opfer dann mehrfach ins Gesicht geschlagen haben.

Eigentlich waren für den Strafprozess am Amtsgericht für Juli und August bereits drei Verhandlungstage angesetzt, berichtet die “Hannoversche Allgemeine Zeitung”. Doch weil das Gericht derzeit wegen der Corona-Pandemie größere Verhandlungen vermeidet, beantragte die Staatsanwaltschaft Strafbefehle mit Bewährungs- und Geldstrafen für die Beteiligten. Amtsgerichtssprecher Koray Freudenberg: “Es gab vorab Gespräche mit dem Ziel, das Verfahren abzukürzen.”

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Trotz Videoaufnahmen: Hanebuth ist zu keinem Geständnis bereit

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“Steintorkönig” Frank Hanebuth erhielt in Form eines Strafbefehls vier Monate Haft auf Bewährung. Außerdem muss der 55-Jährige 1000 Euro an die Fachberatungsstelle Violetta zahlen. Dort werden junge Frauen betreut, die Opfer sexueller Gewalt wurden.

“Die Strafbefehle sind raus. Die Anwälte haben jetzt zwei Wochen Zeit, dagegen vorzugehen”, erklärte Amtsgerichtssprecher Koray Freudenberg. Eine Videokamera hatte das Geschehen gefilmt, doch die Angeklagten seien nicht zu einem Geständnis bereit gewesen. Am 23. Juli sollte die Verhandlung im Amtsgericht Hannover beginnen.

RND/ros



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