Flüchtling in Kieler Unterkunft erstochen - 29-Jähriger gesteht

  • Weil er sexuell zudringlich geworden sein soll, hat ein Flüchtling aus Somalia seinen Landsmann in einer Asylunterkunft in Kiel erstochen.
  • Das gestand der 29-Jährige am Mittwoch vor Gericht - an den genauen Tathergang könne er sich nicht mehr erinnern.
  • Die Anklage geht von einer Tötungsabsicht aus.
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Kiel. Ein 29-jähriger Flüchtling aus Somalia hat am Mittwoch gestanden, einen Landsmann in einer Kieler Asylunterkunft getötet zu haben. Er habe mit dem Mann, den er schon länger kannte, geredet und viel getrunken, als dieser plötzlich sexuell zudringlich geworden sei, sagte der Beschuldigte am Mittwoch vor dem Kieler Landgericht. Als er zurückgewichen sei, habe sein Kumpel ihn mit einem Messer angreifen wollen. Er habe ihm die Waffe aber entwinden können und zwei, drei Mal zugestochen. An mehr erinnere er sich nicht, sagte der Beschuldigte.

Der Beschuldigte soll mindestens 33 Mal zugestochen haben

Die Anklage wirft dem 29-Jährigen Totschlag vor. Der Mann habe in Tötungsabsicht mindestens 33 Mal zugestochen und das Opfer töten wollen, sagte die Staatsanwältin. Ein genauer Todeszeitpunkt des 30-Jährigen steht nicht fest. Laut Anklage wurde das Opfer zwischen dem 5. und dem 9. September 2020 in seinem Zimmer erstochen. Ein Polizeizeuge schilderte, dass den Einsatzkräften starker Verwesungsgeruch entgegen drang, als sie das Zimmer nach einem Hinweis des Beschuldigten öffneten.

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In dem sogenannten Sicherungsverfahren geht es um die dauerhafte Unterbringung des 29-Jährigen in der geschlossenen Psychiatrie. Der Mann ist bereits vorläufig untergebracht. Während der Erörterung einer möglichen psychischen Erkrankung und sexueller Präferenzen des Mannes wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Eine Fachärztin für Psychiatrie wurde vom Gericht als Sachverständige hinzugezogen. Das Gericht hat vier Verhandlungstage festgesetzt. Das Urteil könnte demnach am 16. April verkündet werden.

dpa/RND

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