Verkaufsverbot von Pyrotechnik: Deutsche stehen in Polen für Böller Schlange

  • Nach dem generellen Verkaufsverbot von Pyrotechnik in Deutschland standen viele Kunden vor polnischen Geschäften Schlange, um Feuerwerkskörper zu erwerben.
  • Es habe einen großen Ansturm gegeben, berichtet eine Verkäuferin.
  • Das Hauptzollamt in Frankfurt (Oder) bestätigt derweil auch Fälle von illegalen Böllereinfuhren.
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Frankfurt (Oder)/Slubice. Mit Stichproben kontrollieren derzeit Beamte des Hauptzollamtes Frankfurt (Oder), ob nicht in Deutschland zugelassene Böller aus Polen illegal eingeführt werden. „Es hat einige Fälle in den vergangenen Tagen gegeben“, sagte die Pressesprecherin des Hauptzollamtes Frankfurt (Oder), Astrid Pinz, am Mittwoch auf Anfrage. Es sei jedoch nicht bemerkt worden, dass sich mehr Menschen vor dem Lockdown mit Feuerwerkskörpern eindecken wollten.

In Polen kann laut Pinz das ganze Jahr über Pyrotechnik gekauft werden. Die beschlagnahmte Ware habe jeweils etwa ein Kilogramm gewogen. „In einem Fall hatte ein Autofahrer die Knaller unter dem Fahrer- und unter dem Beifahrersitz versteckt.“ Ihm sei bewusst gewesen, dass er schmuggelte. Die Knaller würden eingezogen und es drohe ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz.

Großer Andrang bei Tankstellen und Supermärkten

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„Gestern und vorgestern hatten wir hier einen großen Ansturm von Kunden aus Deutschland. Der ganze Parkplatz war voll, die Leute standen vor dem Laden lange Schlange“, sagte eine Verkäuferin im „Pyromarket“ in Slubice. Sie und ihre Kollegin hatten nicht mal Zeit für eine Mittagspause. Der Mittwoch sei hingegen total ruhig angelaufen – praktisch ohne Kunden.

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„Besonders am Montag und Dienstag gab es Andrang bei Tankstellen, Zigarettenverkauf und vor den großen Supermärkten“, berichtete Pawel Slawiak, Vorsitzender der Vereinigung der Markthändler in Slubice. Auch die Anbieter von Dienstleistungen, etwa Friseure, hätten profitiert. Nun aber stünden die Händler vor schwierigen Wochen. „Vor Weihnachten ist sonst immer die beste Zeit, die Deutschen kaufen sehr viel“, sagte Slawiak. Dieses Geschäft sei zum zweiten Mal in diesem Jahr weggebrochen.

Kleiner Grenzverkehr ist untersagt

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Der Übergang an der Stadtbrücke über die Oder nach Slubice ist trotz des Lockdowns weiter geöffnet - aber nur für einen ausgewählten Personenkreis: Lediglich Berufspendler und Schüler dürfen über die Grenze. Auch Familienbesuche im jeweils anderen Teil der Stadt sind erlaubt. „Es ist zu bemerken, dass bedeutend weniger Menschen unterwegs sind“, sagte der Pressesprecher der Stadt Frankfurt (Oder), Uwe Meier, auf Anfrage. Untersagt ist ihm zufolge der kleine Grenzverkehr - für Einkäufe, zum Tanken oder für einen Friseurbesuch.

RND/dpa

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