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Falsche Gerüchte: Impfgegner nutzen Tod eines Wolfsburger Zahnarztes aus

  • Rasend schnell verbreitet sich in Wolfsburg das Gerücht, ein Kieferorthopäde sei infolge einer Corona-Impfung gestorben.
  • Vor allem in einer lokalen Telegram-Gruppe wird diese Falschnachricht geteilt und kommentiert.
  • Die Witwe des Toten tritt den Gerüchten jetzt entschieden entgegen.
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Wolfsburg. „Querdenker“ und Corona-Leugner nutzen den tragischen Tod eines Wolfsburger Kieferorthopäden, um gegen Covid-19-Impfungen Stimmung zu machen. Seit Tagen machen in sozialen Medien Gerüchte und Falschnachrichten rund um den Tod von Toralf Gertzen die Runde, berichtet die „Wolfsburger Allgemeine Zeitung“ (WAZ). Seine Witwe zeigt sich fassungslos: „Es empört mich, dass so ein schrecklicher Schicksalsschlag für Stimmungsmache gegen Impfungen missbraucht wird“, sagte Mareike Gertzen der Zeitung.

Unerwartet sei ihr Mann am Wochenende an einer Hirnblutung gestorben, ausgelöst durch ein Aneurysma, das plötzlich gerissen sei, sagte Gertzen der „WAZ“. Doch in Facebook-Gruppen, Whatsapp-Chats und auch in einer Telegram-Gruppe machen Screenshots einer Nachricht die Runde, die angeblich von einer Mitarbeiterin des Arztes stammt. Dort wird ein ganz anderer Eindruck vermittelt: dass der Arzt nämlich aufgrund eines Blutgerinnsels infolge einer Corona-Impfung gestorben sei. In derselben Wolfsburger Telegram-Gruppe wurde auch behauptet, dass FFP2-Masken Zahnfleischbluten auslösten und Corona-Geimpfte magnetisch seien.

„Die Ärzte haben mir versichert, dass ein Zusammenhang auszuschließen ist“

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Wahr sei, dass Gertzen 50 Jahre alt war, Anfang März seine erste Corona-Impfung erhalten habe und vor einigen Wochen coronapositiv getestet worden sei, wenn auch ohne Symptome, sagte seine Witwe der „WAZ“. „Die Ärzte haben mir versichert, dass ein Zusammenhang auszuschließen ist – sowohl zur Impfung als auch zu seiner leichten Corona-Infektion.“

Ein Kollege des Verstorbenen, der Wolfsburger Zahnmediziner Dr. Reinhard Urbach, versucht, den falschen Gerüchten mit einem Informationstext über den Fall entgegenzutreten. Zumindest in besagter Telegram-Gruppe stoße er aber auf wenig Einsehen. Dass ein Blutgerinnsel auch zu Hirnblutung und Tod führen könne, aber etwas ganz anderes sei als ein Aneurysma, werde ignoriert. Ebenso die Tatsache, dass Aneurysmen nicht als Nebenwirkungen von Corona-Impfstoffen gelten.

Mareike Gertzen lässt sich von der Stimmungsmache nicht verunsichern: „In vier Wochen habe ich meinen zweiten Impftermin, den ich selbstverständlich wahrnehmen werde. Auch unsere drei Söhne werden sich schnellstmöglich impfen lassen“, sagte sie der Zeitung.

RND/seb

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