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  • Fall Maddie: Christian B. - Siebenjährige Haftstrafe wegen Vergewaltigung ist rechtens

Fall Maddie: Christian B. darf wegen Vergewaltigung verurteilt werden

  • Der Hauptverdächtige im Vermisstenfall Maddie McCann, Christian B., wird vorerst in Haft bleiben.
  • Der Europäische Gerichtshof erklärte eine siebenjährige Haftstrafe wegen Vergewaltigung für rechtens.
  • B. hatte geklagt, weil er ursprünglich wegen einer anderen Tat an Deutschland ausgeliefert wurde.
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Luxemburg. Der deutsche Tatverdächtige im Fall Maddie McCann, Christian B., darf wegen der Vergewaltigung einer 72-Jährigen in Deutschland verurteilt werden. Das entschied der Europäische Gerichtshof. Demnach muss der 43-Jährige erst einmal in Haft bleiben. Am 7. Januar hätte er sonst entlassen werden können.

Christian B. sitzt derzeit wegen eines Drogendelikts eine Haftstrafe in der JVA Kiel ab, die am 7. Januar abläuft. Während der Haftzeit wurde er allerdings auch wegen eines anderen Verbrechens verurteilt: Er soll im Jahr 2005 in Praia da Luz in Portugal eine 72-jährige Amerikanerin vergewaltigt haben. Das Landgericht Braunschweig hatte ihn deshalb 2019 zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt. Diese müsste er im Anschluss an die Haftstrafe in Kiel absitzen.

Christan B. klagte gegen das Urteil - weil er wegen einer anderen Straftat ausgeliefert wurde

Hintergrund für die Klage von B. war eine Auslieferung nach Deutschland. Nach einer verbüßten Haftstrafe reiste B. 2018 nach Italien. Wegen der Drogendelikte wurde er einen Tag später mit einem Europäischen Haftbefehl gesucht, später auch wegen des Verdachts der Vergewaltigung der 72-Jährigen. Italien lieferte B. aus. Die Anwälte von B. hatten geklagt, weil B. ursprünglich nur wegen des Drogendeliktes ausgeliefert wurde - nicht wegen der Vergewaltigung. Somit konnte er das Urteil anfechten.

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Neue Entwicklungen im Fall Maddie
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Auf dem Gelände einer Kleingarten-Parzelle in Seelze (Region Hannover) hat die Polizei einen Kellerraum gefunden.  © RND

Nun hat der Europäische Gerichtshof aber entschieden, dass das Urteil Bestand hat und nicht gegen EU-Recht verstößt - auch wenn B. ursprünglich wegen einer anderen Tat ausgeliefert wurde. Der Bundesgerichtshof muss sich nun dem Fall erneut annehmen und auf mögliche Formfehler prüfen.

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Beide Prozesse sind unabhängig vom Fall Maddie - aber dennoch relevant für die Ermittlungen

Beide Fälle sind unabhängig von den Vorwürfen gegen B. im Fall der verschwundenen Maddie McCann. Der Deutsche gilt seit einigen Monaten als tatverdächtig. Ihm wird vorgeworfen, die damals Dreijährige 2007 aus einer Ferienanlage in Portugal entführt und danach getötet zu haben. Für die Ermittler im Fall Maddie ist das Urteil des Europäischen Gerichtshofs aber dennoch relevant: Sie haben nun deutlich mehr Zeit, Beweise gegen B. zu sammeln. Auch hätte er nun keine Möglichkeit, Beweismittel verschwinden zu lassen oder Zeugen zu beeinflussen.

RND/msk

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