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Fall George Floyd: Polizist soll auch 14-Jährigen mit Knie fixiert haben

  • Gegen den hauptbeschuldigten Polizisten im Fall George Floyd werden neue Vorwürfe bekannt.
  • Er soll schon 2017 bei einer Festnahme ähnlich rabiat gegen einen verdächtigen Jungen vorgegangen sein wie später gegen Floyd.
  • Auch der 14-Jährige soll über Atemprobleme geklagt haben.
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Minneapolis. Der frühere US-Polizist aus Minneapolis, der sich im Frühjahr wegen des gewaltsamen Todes des Schwarzen George Floyd vor Gericht verantworten muss, war offenbar 2017 bereits in einen ähnlichen Vorfall verwickelt. Im bevorstehenden Prozess will die Staatsanwaltschaft Beweismittel von einer Festnahme einbringen, bei der der Beschuldigte einem 14-jährigen Jungen das Knie in den Rücken gedrückt und dessen Klagen ignoriert haben soll, er könne nicht atmen.

Ein Video der Körperkamera des Polizisten von der Festnahme des Jungen zeige, dass Derek C. unverhältnismäßige Gewalt anwende, wenn ein Verdächtiger nicht sofort seinen Anweisungen folge, heißt es in einem beim Bezirksgericht Hennepin County eingereichten Memorandum der Staatsanwaltschaft, wie die Zeitung „Star Tribune“ berichtete. Ebenso wie im Fall Floyd habe C. den Einsatz von Gewalt wegen eines vergleichsweise geringfügigen Vergehens rasch eskaliert, heißt es in dem Dokument weiter.

Anwalt: Vorgehen im Einklang mit den damaligen Regeln der Polizei

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Der 14-Jährige sei den Anweisung der Polizei nur langsam gefolgt. C. habe den Jungen daraufhin am Hals gepackt, zu Boden gedrückt und ihm sein Knie erst auf den Nacken und dann auf den Rücken gedrückt, erklärte die Staatsanwaltschaft. Der Junge habe gesagt, er könne nicht atmen. „Und genau wie bei Floyd hat C. diese Bitten ignoriert und sich geweigert, medizinische Hilfe zu leisten.“

C.s Anwalt Eric Nelson erklärte, das Vorgehen bei der Festnahme 2017 habe im Einklang mit den damaligen Regeln der Polizei für den Umgang mit unkooperativen Verdächtigen gestanden.

Der Schwarze Floyd starb im Mai, nachdem der weiße Polizist C. bei einer Festnahme mehrere Minuten sein Knie gegen Floyds Hals gedrückt hatte. Der auf dem Boden liegende Festgenommene hatte mehrfach gesagt, er könne nicht atmen. Sein Tod löste landes- und weltweit Massenproteste gegen Polizeigewalt und Diskriminierung von Nicht-Weißen aus. Der Hauptbeschuldigte C. und drei mitangeklagte ehemalige Kollegen wurden am Tag nach Floyds Tod aus dem Polizeidienst entlassen.

RND/AP

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