Fall George Floyd: Deutsche Aktivistin hofft auf fairen Prozess

  • Der Prozess um die Tötung des Schwarzen George Floyd in den USA hat begonnen.
  • Floyd wurde auch hierzulande zum Symbol der Black-Lives-Matter-Bewegung.
  • Siraad Wiedenroth von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland erklärt gegenüber dem RND, dass die Rassismus­debatte durch Floyd einen Auftrieb erfahren habe, aber noch viel zu tun sei.
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Die ganze Welt schaut auf den Gerichtsprozess im Fall des im Vorjahr getötenen Afroamerikaners George Floyd. Der Vorfall hatte massive Proteste im Zuge der Black Lives Matter Bewegung ausgelöst. Auch hierzulande erwartet Siraad Wiedenroth, Vorsitzende der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD), nun wieder Protestaktionen - aber nicht nur aufgrund des Falls George Floyd.  © RND
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Hannover. Der Tod von George Floyd ist zum Symbol für rassistische Polizeigewalt geworden und löste Black-Lives-Matter-Proteste auf der ganzen Welt aus. Knapp ein Jahr nach der Tötung des Afroamerikaners hat am Montag der Prozess gegen den weißen Ex-Polizisten Derek Chauvin in Minneapolis (US-Staat Minnesota) begonnen. Auch in Deutschland verfolgen Aktivistinnen und Aktivistin die Gerichtsverhandlung.

Die Geschäftsführerin der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD), Siraad Wiedenroth, sagte gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), dass sie gespannt auf den Ausgang der Gerichtsverhandlung sei. „Sie müssen darauf achten, den Prozess so fair wie möglich zu gestalten“, so Wiedenroth.

Debatte erfuhr durch Black Lives Matter Aufschwung

In Bezug auf die Rassismusdebatte in Deutschland sagte sie, dass das Thema durch die Black-Lives-Matter-Proteste einen Auftrieb erfahren habe. Es habe aber schon vor Floyds Tod Kampagnen gegen Polizeigewalt in Deutschland gegeben, zum Beispiel „Stop Racial Profiling“.

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Laut Wiedenroth hat sich in den letzten zehn Jahren viel getan, dennoch fehle es an langfristigen Veränderungen. So werde immer noch infrage gestellt, dass es sich bei manchen Fällen wirklich um rassistische Polizeigewalt handele. „Dass Leute an Polizeigewalt sterben, ist die Spitze des Eisbergs, aber was sonst an Polizeigewalt passiert, darüber wird noch sehr wenig geredet.“

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Aktivistin über George-Floyd-Prozess: „Es wird auch hier wieder Proteste geben“
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Der George-Floyd-Prozess hat begonnen. Siraad Wiedenroth von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) hofft auf eine faire Verhandlung.  © RND
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Wiedenroth glaubt, dass 2021 wieder Menschen auf die Straße gehen werden, um sich mit den schwarzen Menschen in den USA und den Opfern rassistischer Polizeigewalt hierzulande zu solidarisieren. „Ich hoffe, dass in den nächsten Monaten und Jahren noch mal stärker hingeschaut wird.“

RND/rog/am

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