Fabriken wegen Corona geschlossen: Jetzt droht ein Kondomengpass

  • Der größte Kondomproduzent weltweit warnt vor Engpässen
  • Karex kann wegen des Lockdowns in Malaysia seit zehn Tagen nicht produzieren.
  • Schon jetzt fehlen 100 Millionen Gummis.
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Kein Kontakt mit Freunden und Bekannten in der Öffentlichkeit, da bleibt mehr Zeit für Zweisamkeit. Der Bielefelder Erotikonlinehändler eis.de meldet, dass sich die Bestellzahlen seit Auftauchen des Coronavirus in Deutschland verdoppelt hätten. Doch ist es vielleicht bald vorbei mit dem Vergnügen?

In Malaysia wurden aufgrund der Corona-Pandemie Fabriken geschlossen – darunter auch der weltweite führende Produzent von Kondomen, Karex Bhd. Seit zehn Tagen stehen die drei Fabriken still, die Folge: Ein Engpass droht. Davor warnt jetzt Karex-Chef Goh Miah Kiat gegenüber der Agentur “reuters.com”.

Corona-Lockdown in Malaysia: Jeden Tag fehlen zehn Millionen Kondome

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Bereits in den vergangenen Tagen seien demnach 100 Millionen Kondome nicht produziert worden. Und der von der Regierung verordnete Lockdown wird noch länger dauern: Aktuell steht die Wirtschaft bis 14. April still. “Wir werden einen globalen Engpass an Kondomen haben, das ist beängstigend.” Denn auch die Kapazitäten der anderen größeren Produzenten aus China, Indien und Thailand sind durch die Corona-Krise eingeschränkt.

Karex ist nicht nur Ausstatter von großen Marken wie beispielsweise Durex, sondern stellt auch Produkte für Hilfsprogramme wie etwa vom UN Population Fund her. Und genau dort sieht Goh Miah Kiat die größten Herausforderungen: “Viele humanitäre Hilfsprogramme in Afrika, befürchte ich, werden nicht nur zwei Wochen oder einen Monat einen Engpass haben, sondern monatelang.”

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Deutsche Hersteller erfreuen sich über verdoppelten Absatz

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Karex will deshalb nun eine Ausnahmegenehmigung bei der Regierung erreichen, denn andere notwendige Güter wie Lebensmittel dürfen auch in Malaysia weiter produziert werden. “Ob es einem gefällt oder nicht – Kondome sind notwendige Güter.”

In Deutschland hingegen gibt es derzeit noch keinen Engpass, versichert der Bielefelder Kondomhersteller Ritex. Die Lieferungen seien auf absehbare Zeit sicher, sagte Geschäftsführer Robert Richter, und man sei nicht von internationalen Produktionsketten abhängig, da die Kondome ausschließlich in Deutschland hergestellt würden. Nach aktuellen Hochrechnungen hat sich der Absatz an dem Verhütungsmittel im Vergleich zum März 2019 fast verdoppelt: Von 6,7 Millionen verkaufter Exemplare auf 12,7 Millionen.

RND/msk/dpa

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