Explosionen und Schießereien: So gefährlich leben Stuntleute

Ein Stuntfrau ist bei den Dreharbeiten zum Kinofilm „Deadpool 2“ tödlich verunglückt. Es ist nicht das erste tragische Unglück an einem Filmset. Immer wieder kommen Darsteller und Stuntleute ums Leben.

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Vancouver. Das Drehbuch schrieb vor, dass Joi "SJ" Harris bei dem Stunt keinen Helm tragen sollte. Die junge Frau nahm das Risiko in Kauf. Doch es war zu groß. Harris verlor bei den Dreharbeiten zu der Marvel-Comic-Verfilmung "Deadpool 2" die Kontrolle über ihr Motorrad, raste durch eine Glasscheibe und starb.

So tragisch das Unglück, so alltäglich ist es leider auch. Das Portal „Filmstarts.de“ berichtet, Schätzungen zufolge würden jedes Jahr weltweit 20 bis 40 Menschen bei Dreharbeiten sterben. Es würden zwar umfangreiche Sicherheitsbestimmungen gelten, aber der finanzielle und zeitliche Druck führe dazu, dass häufig hohe Risiken eingegangen würden.

Schon bei den Dreharbeiten zu „Ben Hur“ 1925, einem Klassiker der Filmgeschichte, kam es zu einem tödlichen Unfall. Als das Rad an einem der Pferdewagen brach, wurde der Fahrer zehn Meter in die Luft geschleudert. Der Mann starb anschließend an inneren Verletzungen. Angeblich sollen etliche Todesfälle am Set vertuscht worden sein.

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Bei den Dreharbeiten zu „Ben Hur“ wurden etliche Todesfälle vertuscht. Einen Todesfall gab es beim Dreh der berühmten Wagenszene.

1981 starb der Stuntman Paolo Rigon bei den Dreharbeiten zum James-Bond-Film „In tödlicher Mission“. Das Unglück ereignete sich beim Dreh der Verfolgungsjagd durch die Bobbahn von Cortina d’Ampezzo. Der Viererbob wurde aus der Bahn geschleudert und prallte gegen einen Baum.

Die Dreharbeiten zu „The Crow – die Krähe“ verliefen 1994 für den Sohn von Kung-Fu-Legende Bruce Lee tödlich. Brandon Lee wurde in einer Schussszene von einer Platzpatrone unglücklich getroffen und an der Wirbelsäule verletzt. Lee starb nur einen Tag später.

Erst im Juli diesen Jahres kam es am Set von „The Walking Dead“ zu einem tragischen Unfall. Der Stuntman John Bernecker stürzte zehn Meter in die Tiefe. Das Double schlug mit dem Kopf auf und starb an den Folgen. Die Produktion der Serie wurde kurzzeitig unterbrochen.

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Auch die Dreharbeiten von „Deadpool 2“ wurden nach dem tödlichen Unfall unterbrochen. Hauptdarsteller Ryan Reynolds zeigte sich tief bestürzt und sprach von einem „tragischen Verlust“. Der Film unter der Regie von David Leitch soll im Juni 2018 in die Kinos kommen.

Von Nora Lysk/RND

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