Experten: Hochwasser im Sommer ist nicht ungewöhnlich

  • Die Pegelstände mehrerer deutscher Flüsse sind höher als normal.
  • Das sei aber nicht ungewöhnlich, meinen Experten.
  • Starke Regenfälle in den vergangenen Tagen sorgen für das Hochwasser – weitere werden vorausgesagt.
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Mainz/Koblenz. Steigende Pegelstände von Rhein und Mosel: Ist das derzeitige leichte Hochwasser mitten im Hochsommer eine seltene Ausnahme? Nein, sagen Experten. Das Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz in Mainz erklärt: „Für die Jahreszeit ist das aktuelle Hochwasser am Oberrhein nicht ungewöhnlich, da in dieser Zeit immer auch die Schneeschmelze in den Alpen eine Rolle spielt, verbunden mit den Regenfällen der letzten Tage.“

Auch für die kommenden Tage sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach Niederschläge voraus. Auf bestimmten Abschnitten des Rheins müssen Schiffe wegen der erhöhten Wasserstände derzeit ihr Tempo drosseln und in der Mitte der Fahrrinne bleiben. Längst sind auch manche Uferwege überschwemmt.

Die Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz teilt mit, wiederholte Perioden von Starkregen in den Einzugsgebieten von Rhein und Mosel führten zu den steigenden Pegelständen. Die vergangenen drei Sommer seien eher trocken gewesen, deswegen dürften sich nicht mehr alle Spaziergänger an Flüssen gut an Hochwasser in dieser Jahreszeit erinnern. Eher könnten sie an das extreme Niedrigwasser des Rheins 2018 denken: Beispielsweise erreichten damals im Herbst viele Hundert Ausflügler den berühmten Mäuseturm auf einer Rheininsel bei Bingen über einen trockengefallenen schmalen Steingrat.

Andererseits erinnert die Bundesanstalt für Gewässerkunde an das Hochwasser 2013 im Juni. Damals musste die Schifffahrt auf dem Rhein zeitweise sogar ganz eingestellt werden. Der Wellenschlag von Schiffen in selten vom Wasser erreichten Uferbereichen sollte laut der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt in Bonn verhindert werden. Zudem sei für Schiffsführer das Manövrieren bei hohen Wasserständen mit starker Strömung gefährlich. Auch werde dann eine Passage unter den Bogenbrücken der Mosel erschwert.

RND/dpa

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