Experte rät: Betrunkener Waschbär sollte untersucht werden

  • In Erfurt torkelt ein Waschbär über den Weihnachtsmarkt und wird anschließend erschossen.
  • Ein Experte geht davon aus, dass sich das Tier mit Glühwein betrunken hat.
  • Dennoch rät er dazu, den Waschbären untersuchen zu lassen.
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Ein auf dem Erfurter Weihnachtsmarkt offenbar betrunkener Waschbär hat am Wochenende bundesweit für Schlagzeilen gesorgt: Ein Video des torkelnden Wildtieres verbreitete sich in den sozialen Netzwerken. Darauf zu sehen ist ein entkräfteter Waschbär, der sich zunächst unter einem Mülleimer vor dem Erfurter Rathaus ausruht und anschließend mit wackeligen Beinen versucht, die Straße zu überqueren.

„Es ist durchaus gut möglich, dass der Waschbär betrunken war“, erklärt der Wildbiologe Egbert Strauß dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Schon der Verzehr von Früchten, die im überreifen Zustand Alkohol produzieren, würde genügen, um selbst Elefanten oder andere Wildtiere in einen Rauschzustand zu versetzen. „Die Tiere haben in der Regel weniger bis gar keine Erfahrung mit Alkohol als wir Menschen. Da schlägt selbst die kleinste Menge schon sehr schnell durch“, so Strauß.

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Glühwein „geht direkt in den Kopf“

Für den Wissenschaftler an der Medizinischen Hochschule Hannover sei es durchaus vorstellbar, dass der Erfurter Waschbär bei seinem Streifzug über den Weihnachtsmarkt irgendwo eine Pfütze Glühwein aufgeschleckt hat. „Die alkoholische Flüssigkeit in Verbindung mit dem Zucker geht direkt in den Kopf“, so der promovierte Wildbiologe.

Für den torkelnden Gang käme neben Alkohol auch eine Staupe-Infektion in Betracht. „Das ist aber eher unwahrscheinlich“, erklärt Strauß. Die Viruserkrankung geht auf das Nervensystem. „Das führt zu zu einem veränderten, gestörten Verhalten.“ Zwar sei die Erkrankung für den Menschen ungefährlich, dennoch sollte mit einer Untersuchung abgeklärt werden, ob der Erfurter Waschbär daran erkrankt war.

Ein Security-Mitarbeiter des Weihnachtsmarktes hatte den Waschbären gefunden und die Feuerwehr informiert. Diese übergaben das benebelte Tier einem Jäger, der es gemäß einer Verordnung über invasive Arten erschoss.

RND/mat