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Experte erklärt: Darum bewegt uns der Tod der Krefelder Affen so sehr

  • Bundesweit trauern Menschen um die verbrannten Affen im Krefelder Zoo.
  • Doch ist die riesige Anteilnahme angemessen?
  • Ein Theologe sagt Ja - der Tod von Tieren könne dem Verlust von Verwandten gleichkommen.
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Münster. Die Trauer vieler Menschen um die verendeten Tiere im abgebrannten Affenhaus des Krefelder Zoos ist nach Ansicht des Theologen und Biologen Rainer Hagencord angemessen. Gerade bei Menschenaffen könnten Besucher und Pfleger eine Persönlichkeit erleben und eine Vertrautheit mit den Tieren erfahren, sagte der Leiter des Instituts für Theologische Zoologie in Münster dem Evangelischen Pressedienst. Würden die Tiere dann getötet, könne das durchaus dem Verlust eines Verwandten oder Freundes gleichkommen.

Durch das Feuer im Krefelder Zoo, das laut Polizei durch sogenannte Himmelslaternen entfacht wurde, waren in der Silvesternacht mehr als 30 Tiere getötet worden, darunter acht Menschenaffen. An diesem Freitag sollte der Zoo wieder öffnen. Für die Mitarbeiter ist eine Trauerfeier geplant.

Man müsse sich von der Vorstellung eines Dualismus und einer grundlegenden Unterscheidung zwischen Mensch und Tier verabschieden, sagte Hagencord, der in Münster als katholischer Seelsorger tätig ist und nach seiner Priesterweihe noch Biologie und Philosophie studierte. Aus theologischer Sicht sei alles, was lebt, auch beseelt.

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"Menschen kümmern sich zu wenig um das Schicksal des Schlachtviehs"

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"Wir sind tatsächlich Tiere", erklärte Hagencord weiter und verwies auf die Evolutionslehre von Charles Darwin (1809-1882). Es sei "wissenschaftsfeindlich", zwischen Mensch und Tier unterscheiden zu wollen. Und Menschenaffen seien nun einmal physiologisch und genetisch "unsere nächsten Verwandten", bei denen man durchaus menschenähnliche Verhaltensweisen feststellen könne, unterstrich der Theologe.

Vorfälle wie der verheerende Brand in Krefeld sollten nach Hagencords Worten ein Anlass sein, über eigene Konsumgewohnheiten und Sichtweisen nachzudenken. Während viele Haustiere oder Tiere im Zoo als süß empfunden und ihr Leiden öffentlich thematisiert würden, kümmerten sich noch zu wenige Menschen um das Schicksal des Schlachtviehs in Deutschland. Hier wären Mahnwachen vor Schlachthöfen angebracht, um auf das Schicksal dieser Tiere hinzuweisen, sagte der Zoologe.

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Auf der anderen Seiten sollten Tierschützer nicht den Respekt vor Menschen verlieren und Andersdenkende nicht mit Drohungen und einschüchternden Aktionen unter Druck setzen, sagte der katholische Theologe. Es gehe um Respekt und Wertschätzung gegenüber allen Geschöpfen.

RND/epd