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Ex-Sheriff drohen fast 100 Jahre Haft – weil er beim Amoklauf von Parkland nicht einschritt

Sein Verhalten habe Menschenleben gekostet: Einem ehemaligen Sheriff werde unter anderem Kindesvernachlässigung und grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen, weil er beim Amoklauf an einer Highschool in Parkland nichts unternommen habe.

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Miami. Ein nach dem Massaker an einer Schule in Florida in die Kritik geratener Wachmann ist festgenommen worden. Ihm würden unter anderem Kindesvernachlässigung, grobe Fahrlässigkeit und Meineid vorgeworfen, weil er im Februar 2018 nicht in die Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland vorgedrungen sei, wo ein Teenager Amok lief und 17 Menschen tötete, teilten die Behörden am Dienstag mit. Dem Ex-Beamten drohen fast 100 Jahre Gefängnis.

Angehörige und Politiker bezichtigten den Mann der Feigheit. Bilder von Überwachungskameras zeigten den Angaben zufolge, dass er zwar die Waffe zog, dann aber vor der Schule stehen blieb, während drinnen geschossen wurde. Der heute 56-Jährige habe absolut nichts getan, sagte Kommissar Rick Swearingen. Es stehe außer Frage, dass seine Inaktivität Menschenleben gekostet habe. Angehörige von Opfern sagten, der Angeklagte habe „uns alle“ im Stich gelassen.

Todesstrafe für Amokläufer gefordert

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Der Anwalt des Mannes sprach dagegen von einem kaum verhüllten Vergeltungsakt der Politik, die nach dem Massaker wegen lockerer Waffengesetze selbst in die Kritik geraten war. Sein Mandant sei keine Betreuungsperson für die Schüler gewesen, sagte Anwalt Joseph DiRuzzo. Das stehe ausdrücklich im Gesetz.

Für den Angeklagten wurde eine Kaution von 102.000 Dollar festgelegt. Falls er sie bezahlt, muss er in Freiheit ein Überwachungsgerät tragen, seinen Pass abgeben und darf keine Waffe mehr besitzen.

Der Amokläufer selbst soll im kommenden Jahr vor Gericht gestellt werden. Seine Anwälte haben angekündigt, auf schuldig zu plädieren, wenn ihr Mandant im Gegenzug lebenslange Haft zugesichert bekommt. Die Staatsanwaltschaft will jedoch die Todesstrafe.

Von RND/AP

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