Europas größter Sexclub: Kölner Pascha meldet Insolvenz an – wegen Corona

  • Die Rotlichtbranche in Deutschland ist geschockt: Das Kölner Pascha ist pleite.
  • Der größte Sexclub in Europa hat alle seine Rücklagen aufgebraucht und steht nun vor dem Aus.
  • Der Geschäftsführer des zehnstöckigen Bordells macht auch die Bundesregierung für die Pleite verantwortlich.
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Köln. Für die Sexbranche ist die Corona-Krise alles andere als leicht. Viele kleine Clubs mussten in diesem Jahr schon schließen, da Sexarbeitende ihren Beruf nicht ausüben durften. Am Dienstag hat es sogar Europas größtes Bordell getroffen: Das Pascha in Köln hat einen Antrag auf Insolvenz eingereicht, bestätigt Geschäftsführer Armin Lobscheid gegenüber “Express”.

“Wir sind am Ende”, sagt Lobscheid der Kölner Zeitung. Seit April ist sein zehnstöckiges Haus geschlossen, alle Rücklagen seien nun aufgebraucht. 60 Angestellte, darunter Friseur, Elektriker, Handwerker, Köche, Masseur, Sicherheitsleute und Reinigungskräfte, musste er weiter bezahlen.

Kritik an der Bundesregierung

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Das Aus des riesigen Bordells schiebt er hauptsächlich der Bundesregierung zu. Das Prostitutionsverbot habe nicht nur ihn, sondern viele weitere Unternehmer sowie Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in den Ruin getrieben: “Man hat uns alle 14 Tage auf weitere zwei Wochen vertröstet. So können wir nicht planen. Wir hätten die Insolvenz mithilfe der Banken vielleicht abwenden können, wenn man uns zugesagt hätte, dass es Anfang nächsten Jahres wieder losgehen kann.”

Schon lange gibt es große Kritik am Verbot von Sexarbeit. Bei Demonstrationen in ganz Deutschland wurde eine Aufhebung gefordert. Denn: “Jeder in der Branche weiß, dass das Geschäft mit dem käuflichen Sex munter weitergeht. Allerdings so, wie es keiner wirklich begrüßen wird, nämlich in der Anonymität und vorbei am Finanzamt”, so Lobscheid.

Die Prostitution rutsche so in die Illegalität ab und birgt vor allem große Gefahren. “Weil die Nachfrage weiter vorhanden ist, treffen sich die Frauen nun in Hotels, Wohnungen, Autos und Wohnmobilen mit den Männern. Sie genießen nun keinen Schutz mehr, sind ihren Zuhältern und auch Freiern hilflos ausgesetzt”, erklärt der Geschäftsführer.

Arbeit mit Behörden vertrauensvoll

Die Schließung des Paschas in Köln sorgt bei Leuten, die ein solches Etablissement in der Stadt nicht sehen wollen, für Freude. Andere, so auch die Behörden vor Ort, sind nicht glücklich. Der Kontakt zwischen den Ordnungsbehörden und dem Bordell sei sehr vertrauensvoll gewesen.

Wie es nun mit Europas größtem Sexclub weitergeht, ist noch unklar. “Wir müssen nun mit dem Insolvenzverwalter viele Fragen klären. Das Haus muss ja nun über den Winter beheizt werden, weil es sonst zu einer baufälligen Ruine verkommen würde. Das Haus kostet eben auch Geld, obwohl es zu ist”, sagt der Geschäftsführer gegenüber “Express”.

RND/nis

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