Jüngste Entwicklungen im Überblick

Mehr als 46.000 Tote: Was nach der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien passiert

Eine Frau geht an den Trümmern von Gebäuden vorbei, die während des Erdbebens zusammengebrochen sind.

Eine Frau geht an den Trümmern von Gebäuden vorbei, die während des Erdbebens zusammengebrochen sind.

Kahramanmaras. Rettungskräfte sollen weitere Überlebende aus den Trümmern der Erdbebenkatastrophe vom 6. Februar in der Türkei und Syrien geborgen haben - in einer Zeit, in der die Hoffnung auf derartige Funde schwindet. Ein Ausblick auf die Schlüsselentwicklungen vor dem Wochenende.

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Zahl der Toten steigt

Die Zahl der Menschen, die in der Türkei durch das Erdbeben getötet wurden, ist auf 40.642 gestiegen. Das teilte der Vorsitzende der türkischen Katastrophenschutzbehörde Afad, Yunus Sezer, am Samstag laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu mit. In Syrien sind bisher rund 5900 tote Menschen in Zusammenhang mit den verheerenden Beben gezählt worden. Die Zahl wird jedoch nur unregelmäßig aktualisiert. Insgesamt sind damit in beiden Ländern mehr als 46.000 Menschen ums Leben gekommen. Es galt als sicher, dass die Zahl weiter steigen wird: Immer wieder stoßen die Suchteams auf Leichen. Das schwere Beben der Stärke 7,8 war die tödlichste Katastrophe in der jüngeren Geschichte der Türkei.

Weitere Überlebende gerettet

Rettungskräfte sollen am Freitag einen Überlebenden aus den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes im Bezirk Defne in der schwer getroffenen Provinz Hatay gerettet haben. Der 45-jährige Hakan Yasinoğlu soll einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge 278 Stunden unter dem Schutt überlebt haben. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie ein Mann auf einer Trage in einen Krankenwagen gebracht wurde.

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Zahl der Toten nach Erdbeben in der Türkei und Syrien steigt auf über 40.000

Es gibt auch gute Nachrichten. Mehr als eine Woche nach der Katastrophe werden noch Überlebende in den Trümmern gefunden.

Über Nacht arbeitende Rettungsteams sollen zudem eine Frau und zwei Männer lebend in Erdbeben-Trümmern gefunden haben. Die jüngsten Rettungen fallen in eine Zeit, in der Aufräumarbeiten in von der Katastrophe verwüsteten Städten angelaufen sind.

Die 29-jährige zweifache Mutter Neslihan Kilic soll in Kahramanmaras lebend aus den Überresten eines Gebäudes geholt worden sein, wie die private Nachrichtenagentur DHA berichtete. 258 Stunden hielt sie demnach durch. In der Stadt Antakya soll die Polizei einen zwölfjährigen Jungen namens Osman aus einem kollabierten Gebäude gerettet haben, aus dem zuvor 17 Leichen geborgen wurden. „Gerade als unsere Hoffnung am Ende war, haben wir unseren Bruder Osman in der 260. Stunde erreicht“, sagte Okan Tosun, Rettungsteamleiter der Polizei, zu DHA.

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Eine Stunde danach sollen Rettungsteams zu zwei lebenden Männern in einem eingestürzten Krankenhaus in Antakya vorgedrungen sein. Einer von ihnen, Mustafa Avci, nutzte das Handy eines Retters, um seinen Bruder anzurufen und nach der übrigen Familie zu fragen. „Haben sie alle überlebt?“, fragte er. „Lass mich ihre Stimmen hören.“

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Hilfe der Vereinten Nationen erreicht Syrien

Insgesamt rund 180 Lastwagen hatten nach jüngsten UN-Angaben seit dem 9. Februar die Grenze überquert, um Hilfsgüter von der Türkei nach Syrien zu bringen. Jens Laerke, Sprecher des Amts der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten, sagte, die Lastwagen transportierten eine Vielzahl verschiedener Güter von sechs UN-Organisationen - darunter Zelte, Matratzen, Decken, Winterkleidung, Cholera-Tests, Medizin und Lebensmittel vom Welternährungsprogramm (WFP).

Der stellvertretende UN-Sprecher Farhan Haq sagte, jüngsten Schätzungen zufolge seien 50.000 Haushalte auf Zelte oder Notunterkünfte angewiesen. Mindestens 88.000 Haushalte benötigten Matratzen, Thermodecken und Kleidung. Krankenhäuser und medizinische Zentren sind nach UN-Angaben überlastet und nicht ausreichend ausgestattet.

Syrischer Geflüchteter über Bilder aus Erdbebengebiet: „Die Machtlosigkeit tut weh“

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) erklärte, sie arbeite eng mit der Türkei zusammen, um die Schritte festzustellen, die für den Wiederaufbau der bei der Katastrophe beschädigten landwirtschaftlichen Infrastruktur nötig seien, darunter Bewässerungssysteme, Straßen, Märkte und Lagerungsmöglichkeiten.

In Syrien weise eine Einschätzung auf große Verwerfungen bei den Produktionskapazitäten für Feldfrüchte und Viehwirtschaft hin. Dies bedeute eine Gefahr der unmittelbaren und langfristigeren Ernährungssicherheit.

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Lebende und Tote passieren Grenze nach Syrien

Die Leichen von mehr als 1500 Syrern sind nach Angaben eines Beamten am Grenzübergang Bab al-Hawa von der Türkei zur Bestattung nach Syrien gebracht worden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, dass diese Zahl bei mehr als 1700 liege, wenn die Zahlen von kleineren Grenzübergängen mitgezählt würden.

Syrische Überlebende kehrten ebenfalls aus der Türkei in ihr Heimatland zurück. Rund 1800 Syrer taten dies am Mittwoch, dem ersten Tag, an dem die Türkei syrischen Erdbebenopfern gestattete, dies zu tun, ohne ihren Schutzstatus als Flüchtlinge einzubüßen, wie es am Grenzübergang Bab al-Hawa hieß.

Spanien will 100 Syrer aufnehmen

Spanien will nach eigenen Angaben etwa 100 syrische Flüchtlinge aus der Türkei aufnehmen, die von dem Erdbeben betroffen sind. Einwanderungsminister José Luis Escrivá sagte am Donnerstag, dabei werde es sich um jene handeln, die als am verwundbarsten und am schwersten von dem Erdbeben getroffen angesehen würden.

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Mehr als 1500 Kinder von ihren Familien getrennt

Der türkische Vizepräsident Fuat Oktay hat erklärt, der Staat kümmere sich um rund 1600 Kinder, die durch das Erdbeben von ihren Familien getrennt worden seien, darunter rund 250, die den Angaben zufolge noch nicht identifiziert waren. Rund 1000 Kinder seien mit ihren Familien wieder zusammengeführt worden, sagte er.

Oktay erklärte, Such- und Rettungsteams seien an weniger als 200 Schauplätzen im Einsatz, die größte Zahl darunter in der Provinz Hatay.

RND/AP

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