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  • Erdbeben in Kroatien: Sechs Menschen getötet - Erschütterungen in Österreich und Italien zu spüren

Sieben Tote bei schwerem Erdbeben in Kroatien – Mädchen unter Opfern

  • Bereits vor einem Tag bebte die Erde im EU- und Urlaubsland Kroatien – lediglich Sachschaden wurde vermeldet.
  • Ein neuerliches, stärkeres Erdbeben hat nun verheerendere Folgen.
  • Mindestens sechs Menschen werden getötet.
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Zagreb. Ein schweres Erdbeben hat am Dienstag in den Mittagsstunden Kroatien getroffen. Die Zentren der Kleinstädte Sisak und Petrinja südöstlich von Zagreb lagen in Trümmern, wie kroatische Medien berichteten. Mindestens sieben Menschen starben, unter ihnen ein zwölfjähriges Mädchen. Seismologen gaben die Stärke mit 6,4 an.

Das Epizentrum des zweiten Bebens in Kroatien innerhalb von 30 Stunden lag 45 Kilometer südöstlich von Zagreb. In Petrinja berichtete ein Reporter der Tageszeitung „Jutarnji List“ von dramatischen Szenen. Sirenen von Feuerwehr- und Ambulanzwagen hallten durch die Stadt, bald zeigte sich ein Bild der Verwüstung. Aus Angst vor weiteren Erdstößen zogen sich Bewohner in den kleinen Stadtpark zurück. Rettungsmannschaften suchten unter Trümmern nach Verschütteten.

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Jede Hilfe zu spät kam für ein kleines Mädchen – herabfallende Trümmer hatten es erschlagen. Bürgermeister Darinko Dumbovic bestätigte den Tod des Kindes: „Es ist schrecklich, es gibt Opfer, es gibt Verletzte. Wir sahen, wie ein Kind auf dem Hauptplatz starb“, sagte er dem Nachrichtenportal „24sata.hr“. 20 Bewohner der Stadt wurden mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Menschen in Häusern unter Trümmern begraben

Vier Menschen starben im Dorf Majske Polinje westlich von Petrinja. Es handelte sich um vier Männer, unter ihnen ein Vater und sein Sohn, die in ihren Häusern unter den Trümmern begraben wurden, berichtete „24sata.hr“ unter Berufung auf eine Kommunalpolitikerin.

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Auch die Kreishauptstadt Sisak war schwer betroffen. Der Sitz der Stadtverwaltung sei zur Hälfte eingestürzt, sagte Bürgermeisterin Kristina Ikic-Banicek dem kroatischen Fernsehen HRT. Die Gemeindebediensteten konnten sich jedoch alle in Sicherheit bringen, fügte sie hinzu. In ihrer Stadt habe es einige Leichtverletzte gegeben, die ärztlich versorgt wurden.

In der Hauptstadt Zagreb gab es beträchtliche Sachschäden. Das Beben war in ganz Kroatien, aber auch in Österreich, Ungarn, Italien, Slowenien, Bosnien-Herzegowina, sogar in Tschechien und in der Slowakei zu spüren.

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Erdbeben in weiteren Ländern zu spüren

Slowenien schaltete deshalb das Atomkraftwerk Krsko ab, meldete die Nachrichtenagentur STA. Es liegt unmittelbar an der Grenze zu Kroatien. Eine Abschaltung sei in solchen Situationen Standard, hieß es. In der südungarischen Stadt Pecs (Fünfkirchen) war der Erdstoß so stark zu spüren, dass die Behörden ein Großkaufhaus räumen ließen, berichtete das lokale Portal „bama.hu“.

Erst am Montag waren im selben Gebiet Kroatiens Erdstöße der Stärke 5,2 und 5,0 verzeichnet worden. Im März hatte ein Erdbeben der Stärke 5,4 in Zagreb große Schäden angerichtet. Eine Jugendliche war gestorben, mehr als zwei Dutzend Menschen waren verletzt worden.

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EU-Kommissionschefin sagt Hilfe zu

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte umgehend Hilfe zu. „Wir sind bereit zu unterstützen“, schrieb sie nach einem Gespräch mit Kroatiens Ministerpräsident Andrej Plenkovic auf Twitter. Sie habe den für humanitäre Hilfe zuständigen EU-Kommissar Janez Lenarcic gebeten, so bald wie möglich ins Erdbebengebiet zu reisen. „Wir stehen an der Seite Kroatiens“, betonte von der Leyen.

In den vergangenen Jahrzehnten hat die Balkanregion immer wieder Erdbebenkatastrophen erlebt. Im Juli 1963 zerstörte ein Beben das Zentrum von Skopje, der Hauptstadt der damaligen jugoslawischen Teilrepublik Mazedonien und des heutigen Nordmazedoniens. Mehr als 1000 Menschen starben. Im Oktober 1969 verwüstete ein Erdbeben die nordbosnische Stadt Banja Luka, nur 100 Kilometer vom Epizentrum des jüngsten Bebens in Kroatien entfernt: 15 Menschen starben. Im März 1977 suchte ein Beben der Stärke 7,5 die rumänische Hauptstadt Bukarest heim – es gab 1600 Todesopfer.

RND/dpa/AP

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