Endlich Klarheit: Diese Schmuckstücke erbeuteten die Juwelendiebe

  • Nach dem Einbruch ins Grüne Gewölbe in Dresden gibt es Klarheit über die reiche Beute.
  • Von den Tätern fehlt dagegen noch jede Spur.
  • Die Polizei geht inzwischen von vier Beteiligten aus.
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Dresden. Endlich herrscht Klarheit: Bei dem Juwelendiebstahl im Dresdner Schloss sind am Montag zwölf wertvolle Schmuckteile sowie ein diamantbesetzter Degen und zehn Rockknöpfe erbeutet worden. Das gaben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) am Mittwoch bekannt. Insgesamt gehörten zu den drei vom Diebstahl betroffenen Schmuckgarnituren fast 100 Einzelstücke. Bereits am Dienstag war bekanntgeworden, das am Tatort noch mehr Schmuckstücke vorhanden waren als zuvor angenommen.

Die Kunstobjekte enthalten Diamanten in verschiedenen Schliffformen, die zum allergrößten Teil von August dem Starken und August III. erworben worden sind. Ihre Fassungen erhielten sie den SKD zufolge größtenteils zwischen 1782 und 1789.

Unter dem Diebesgut seien zwei Schuhschnallen und ein Epaulette (Schulterstück) sowie ein Bruststern des Polnischen Weißen Adler-Ordens und ein Hutschmuck aus der Brillantgarnitur, hieß es. Auch Teile des Brillant-Colliers der Königin Amalie Auguste, eine brillantbesetzte Brustschleife und ein ebensolcher Haarschmuck gehören den SKD zufolge zur Beute.

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Diebesgut aus dem Grünen Gewölbe in Dresden.  @ Quelle: Polizei

Werden Schmuckstücke zerteilt und Teile einzeln verkauft?

Unbekannte hatten am Montagmorgen aus dem Grünen Gewölbe in Dresden Teile von drei Juwelengarnituren gestohlen. Zuvor waren sie durch ein vergittertes Fenster in das Museum im Erdgeschoss des Dresdner Schlosses eingestiegen und hatten die Ausstellungsvitrine mit einer Axt zerschlagen. Sicherheitskräfte sahen die Einbrecher im Video und alarmierten nach Angaben der SKD die Polizei.

Der Provenienzforscher und Raubkunst-Experte Willi Korte befürchtet, dass die gestohlenen Schmuckstücke zerteilt und Teile davon einzeln verkauft werden könnten. "Wir müssen in großer Sorge sein, dass die Diebe die Steine auseinanderbrechen und die Juwelen als Einzelstücke in der Unterwelt verkaufen", sagte der Experte dem Hörfunksender MDR Sachsen.

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Video: Hier räumen die Juwelendiebe das Grüne Gewölbe aus
1:11 min
Einbrecher haben aus der berühmten Schatzkammer Grünes Gewölbe in Dresden Kunstschätze von kaum messbarem Wert gestohlen.  © dpa

"Das waren ja keine Gelegenheitsdiebe. Die sind geplant vorgegangen", betonte Korte. Beim Verkauf werde dann mit dem Materialwert gehandelt. "Kunstexperten und Besucher sehen immer den kunsthistorischen Wert solcher Kronjuwelen. Kriminelle denken so nicht", sagte Korte, der bekannt wurde, weil er den Quedlinburger Domschatz in den USA fand und nach Sachsen-Anhalt zurückbrachte.

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Polizei geht von vier Tätern aus

Die Polizei geht inzwischen von vier statt zwei Tätern aus, die am Einbruch beteiligt waren. Dies gehe aus der Auswertung von vorliegendem Videomaterial hervor, teilte die Polizeidirektion Dresden mit. Die Tatortarbeit gestalte sich sehr aufwendig. Grund dafür sei der Einsatz eines Pulverlöscher, den die Täter eingesetzt hätten, um Spuren zu verwischen.

Ein erster Hinweis führt einem Bericht der "Berliner Morgenpost " zufolge nach Berlin. Seit Montag stünden die Landeskriminalämter in Berlin und Sachsen in regem Austausch. Ein Grund dafür seien Art und Weise des Einbruchs ins Grüne Gewölbe, die an ähnliche Taten aus der Hauptstadt erinnerten, heißt es im Bericht.

RND/epd