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Gefährliche Knochenbrecher

Emu-Hype in den USA – jetzt warnen Farmer vor dem australischen Vogel

Ein Emu läuft durch sein Gehege in einem Zoo.

Ein Emu läuft durch sein Gehege in einem Zoo.

New York. Emmanuel, der Emu, ist in den USA ein Haushaltsname. Als er vermeintlich an der Vogelgrippe erkrankt war, fieberte das ganze Land mit. Als sich seine Krankheit rein als Stressreaktion herausstellte, war die Erleichterung groß. „Der Tiktok-Emu war nur gestresst“, titelte die „New York Times“ Ende Oktober – ein Blatt, von dem man nicht unbedingt erwarten würde, dass es sich mit Emu-Wehwechen beschäftigt.

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Doch Emmanuel ist ein Star und über Berühmtheiten wird eben geschrieben. Die „Washington Post“ interviewte ihn beziehungsweise sein ebenfalls bekanntes „Frauchen“ im Juli und selbst die berühmte „Tonight Show“ mit Jimmy Fallon kam nicht drum herum, ein Emu-Programm einzuschieben. Nicht nur dank Emmanuel sind die großen Laufvögel aus Australien in den USA inzwischen so beliebt, dass viele sie sich auch einfach nur als Haustier halten wollen.

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Doch inzwischen melden sich immer mehr Farmer und Experten zu Wort, die warnen, dass die Vögel brandgefährlich sein können. Tammy Shull, die Besitzerin der Moonlight Valley Farms in Aspers im US-Bundesstaat Pennsylvania, die ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Emu-Küken verdient, sagte der australischen Ausgabe des „Guardian“, dass die Leute, aufhören müssten, sie aus dem Grund zu kaufen, weil sie in sozialen Medien gerade süß aussehen.

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Auf den Emu gekommen

Durch die viralen Videos seien viele auf Emus und ihre Eskapaden aufmerksam geworden und viele Leute würden sie nun „aus einer Laune“ heraus kaufen, meinte die Farmerin. Dabei würden die wenigsten wirklich richtig recherchieren, auf was sie sich da einlassen. Die flugunfähigen Laufvögel, die ursprünglich aus Australien stammen, können über 1,60 Meter groß werden, zwischen 30 und 60 Kilo schwer werden und haben scharfe Krallen und einen spitzen Schnabel.

Vor allem während der Brutzeit können die Vögel ein ganz schönes Temperament entwickeln. Außerdem erreichen sie auch ein durchaus stattliches Alter – in Gefangenschaft können sie bis zu 40 Jahre alt werden und sind damit auf alle Fälle ein Langzeit-Commitment.

Gefährliche Knochenbrecher

Shull warnte auch davor, dass das Emu-Verhalten durchaus volatil sein könne. Einige Emus würden sehr positiv auf Menschen reagieren und sich gut verhalten, doch sobald sie ausgewachsen sind, würden ab und zu Hormone zuschlagen und einige Emus würden sich dann „buchstäblich über Nacht verändern“, sodass sich die Besitzer dann fragen würden: „Was ist mit meinem süßen und zahmen Emu passiert?“

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Todd Green, ein Postdoktorand am New York Institute of Technology, der über Emus forscht und früher einen namens Dog besaß, sagte dem „Guardian“, dass man den Emu-Wahn mit Geschichten von Menschen vergleichen könne, die Babyalligatoren kauften, ohne dabei zu bedenken, dass diese irgendwann einmal erwachsen und damit gefährlich werden würden. „Die meisten Emus wollen nicht am Kopf berührt oder gekuschelt werden“, sagte er. Zwar seien einige sehr fügsam und freundlich, aber eben nicht alle. „Sie sind sehr starke Tiere und wenn man nicht aufpasst, können sie treten und einem die Knochen brechen.“

Im Emu-Krieg siegten die Emus

Dass mit Emus nicht zu spaßen ist, dass weiß in Australien – dort wo sie in freier Natur leben – jedes Kind. 2018 machten die Vögel beispielsweise Schlagzeilen, weil Scharen von ihnen die Outbackstadt Broken Hill nach Jahren der Trockenheit und Dürre überrannten. Emus flanierten damals mitten im Ort an der Hauptstraße entlang, sie stoppten in Vorgärten und pickten im örtlichen Park herum. Überall, wo es frisches Gras und Wasser gab, tummelten sich die ausgehungerten Vögel.

Die Situation uferte damals so aus, dass einige Social-Media-Nutzer bereits an den „großen Emu-Krieg“ der 1930er Jahre erinnert wurden. Damals zerstörten Scharen an Emus ganze Ernten und wurden daraufhin in einer Militäraktion gejagt. Die Aktion schlug jedoch fehlt, da auch die damaligen Jäger feststellen mussten, dass den kräftigen Laufvögeln nicht so leicht beizukommen ist.

Emus sind übrigens nicht die einzigen gefährlichen Laufvögel, die auf dem fünften Kontinent heimisch sind. Auch die Kasuare gelten als sehr gefährlich. Ihre Krallen können leicht einen Menschen aufschlitzen und töten. Sie sind allerdings – anders als Emus – in der freien Natur selten geworden, sodass es eher Glück wäre, einen außerhalb eines Zoos zu Gesicht zu bekommen.

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