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„Emotionale Unterstützung“: Ärzte in Mexiko tragen Porträt-Fotos auf Kitteln

  • Wegen der Schutzmasken wissen Patienten meist gar nicht, wie ihre Ärzte aussehen.
  • Das wollte eine Organisation in Mexiko ändern – mit einer besonderen Foto-Aktion.
  • Sie produzierten Aufkleber mit Porträts der Krankenhausmitarbeiter.
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Mexiko-Stadt. Manche Covid-19-Patienten in Mexiko-Stadt können ihren Ärzten nun trotz Mund-Nasen-Schutz ins Gesicht schauen - gewissermaßen. Möglich macht das die Aktion „Gesichter hinter den Masken“ der Nichtregierungsorganisation Confianza e Impulso Ciudadano (etwa: Vertrauen und Impuls der Bürger). Sie hat Fotos der Gesichter Hunderter Ärzte und Pfleger in der mexikanischen Hauptstadt auf Aufkleber gedruckt, die diese an ihrer Schutzkleidung befestigen können.

Emotionale Unterstützung

Laut der Gruppe geht es darum, Gesundheitspersonal in der Pandemie emotional zu unterstützen und den Patienten zu zeigen, dass hinter der Schutzausrüstung Menschen stecken. Vorbild ist eine ähnliche Aktion in Israel. Berichten zufolge sind die ersten Erfahrungen mit den Fotos in Mexiko-Stadt gut. Patienten hätten nun mehr Vertrauen zum behandelnden Personal und die Stimmung sei besser, sagten Pfleger der Zeitung „Reforma“.

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Der Assistenzarzt Alonso Tortoriello trägt Schutzkleidungen mit seinem Porträt in der Fachklinik für Lungen- und Atemwegserkrankungen in Mexiko-Stadt. © Quelle: Jacky Muniello/dpa

Mexiko ist eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder. In dem Staat mit der zehnthöchsten Bevölkerung der Welt wurden bisher mehr als 97 000 Todesfälle im Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19 registriert - die viertmeisten weltweit. Die Regierung geht wegen einer hohen Übersterblichkeit davon aus, dass es in Wirklichkeit sogar rund 50 000 mehr Tote sind. Fast eine Million Infektionen mit dem Coronavirus wurden bisher in dem nordamerikanischen Land bestätigt. Die wahre Zahl dürfte weit höher liegen, da in Mexiko nur sehr wenig getestet wird.

Körperliche Attacken

Viele an Covid-19 erkrankte Mexikaner begeben sich zu spät zur Behandlung ins Krankenhaus, weil sie Angst davor haben, die Kliniken aufgrund teils miserabler Hygienebedingungen nicht mehr lebend zu verlassen. Oft können sie dann nicht mehr gerettet werden. Schon mehrfach sind in Mexiko auch Ärzte und Pfleger körperlich und verbal von Menschen attackiert worden, die ihnen unterstellten, sie würden das Virus verbreiten.

RND/dpa

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