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Elefantensterben in Botswana: Tests lassen neuen Erreger als Ursache vermuten

  • Nach dem mysteriösen Tod von 281 bis 356 Elefanten im Okavangodelta in Botswana sind die ersten Obduktionsergebnisse eingetroffen.
  • Ausgeschlossen sind demnach Milzbrand und alle anderen bisher bekannten Krankheiten.
  • In der kommenden Woche werden zur endgültigen Klarheit Resultate aus Südafrika erwartet.
Miriam Keilbach
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Nach dem Tod von Hunderten von Elefanten im Okavangodelta gibt es erste Obduktionsergebnisse. Das teilte die Regierung von Botswana am Freitag mit. Ein neuer Krankheitserreger ist demnach die wahrscheinliche Todesursache von bisher 281 gefundenen toten Elefanten. Die ersten Ergebnisse kamen aus einem Labor in Simbabwe, nun wolle man abwarten, zu welchem Resultat Experten in Südafrika kommen. Das wird in der kommenden Woche erwartet, sagte Umweltstaatssekretär Oduetse Koboto auf einer Pressekonferenz.

Mitte April setzte das Elefantensterben ein. Schnell konnten Milzbrand und Wilderei ausgeschlossen werden. Auch Vergiftungen von außerhalb galten als unwahrscheinlich, nachdem lediglich Elefanten betroffen waren und keine anderen Tiere. Tierschützer hatten von bis zu 356 toten Elefanten berichtet, laut der Regierung in Botswana habe man 281 Kadaver gefunden.

Regierung räumt Verzögerung ein – Alle bekannten Krankheiten sind ausgeschlossen

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Botswanas Regierung gab nun auch an, dass erste Testergebnisse aus dem Land alle bekannten Krankheiten, die zu einem Massensterben führen können, ausgeschlossen hatten. Bisher stand die Regierung auch in der Kritik, weil sie schon Mitte April “baldige” Testergebnisse versprach, danach aber auch den Tod von mehr als 200 weiteren Tieren geheimhielt. Erst durch Tierschützer, die mit einem Helikopter über das Delta flogen, wurde das Ausmaß der Katastrophe bekannt.

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Elefantensterben in Botswana beunruhigt Experten
1:02 min
In Botswana sind Hunderte tote Elefanten entdeckt worden. Die Ursache ist noch ungeklärt.  © Reuters

Der Direktor für Wildtiere und Nationalparks, Cyril Taolo, räumte nun ein, dass es durchaus Verzögerungen gegeben habe. Dies sei aber darauf zurückzuführen, dass die Tests hohen Ansprüchen genügen mussten. “Wir wollten keine unnötige Beunruhigung auslösen. Wir waren auch besorgt und mussten sichergehen, dass unsere Besorgnis nicht auf die Bevölkerung übergeht”, wird er von “Wink News” zitiert.

In Botswana leben insgesamt rund 135.000 Elefanten, das ist ein Drittel der gesamten afrikanischen Population. Die 281 Kadaver wurden im Okavangodelta im Nordwesten des Landes gefunden. Dort leben rund 18.000 Elefanten in einem 8000 Quadratkilometer großen Areal.

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Naturschützer befürchten, dass zahllose Elefanten in dem Gebiet sterben könnten

“Es ist eine Katastrophe”, wird Dr. Niall McCann, Direktor für Naturschutz bei der Rettungsorganisation des Nationalparks, von “Wink News” zitiert. “Solange wir nicht wissen, was den Tod ausgelöst hat und ausschließen können, dass es eine Gefahr für alle Tiere darstellt, besteht die Möglichkeit, dass die gesamte Population Botswanas dezimiert wird.”

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Sorge bestand auch von Anfang an, dass die mysteriöse Krankheit auf Menschen übergehen könnte. Deshalb warnte die Regierung bereits früh davor, das Fleisch der Tiere zu essen. Einige Kadaver wurden in der Nähe von menschlichen Siedlungen gefunden – da Botswanas Bevölkerung durch die Corona-Krise an Hunger leidet, konnte nicht ausgeschlossen werden, dass die Menschen auf Elefantenfleisch zurückgreifen. Kadaver, die in der Nähe von Orten gefunden wurden, wurden inzwischen eingesammelt.


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