• Startseite
  • Panorama
  • Eklat in Supermarkt wurde laut Innenminister Reul “ganz bewusst provoziert”

Eklat in Supermarkt wurde laut Innenminister Reul “ganz bewusst provoziert”

  • Am Samstag ist es in einem nordrhein-westfälischen Supermarkt zu einem Eklat zwischen Maskengegnern und Polizisten gekommen.
  • Die Beamten wurden schwer verletzt.
  • Die Aktion war von den Tatverdächtigen “ganz bewusst provoziert” worden, sagte Innenminister Reul nun.
Anzeige
Anzeige

Düsseldorf. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hat berichtet, dass der eskalierte Streit zwischen Maskengegnern und zwei Polizisten in einem Supermarkt in Troisdorf aus seiner Sicht „ganz bewusst provoziert worden ist“. Reul sagte am Donnerstag im Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags, die Aktion „sollte Stimmung machen, mehr nicht“. Die Polizisten hätten einen Nasenbeinbruch und einen Rippenbruch erlitten. Einer der beiden bisher Verdächtigen sei den Ermittlungsbehörden inzwischen „ganz klar“ als Reichsbürger bekannt. Inzwischen wird gegen eine dritte Verdächtige ermittelt. Sie war bei der Aktion im Supermarkt dabei.

Die beiden Männer (35/37) hatten sich am Samstag zunächst geweigert, in dem Laden Mund-Nasen-Masken zu tragen. Als die beiden Polizeibeamten eintrafen, weigerte sich einer der beiden Männer, seinen Ausweis zu zeigen - während er alles mit einer Kamera am Körper filmte. Die Situation eskalierte, wobei die Beamten schwer verletzt wurden. Die Aufnahme des Mannes landete in Teilen sofort im Internet. Bei den Ermittlern kam schnell der Verdacht auf, dass es sich um eine Falle für die Beamten gehandelt haben könnte. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen. Am Mittwoch gab es Razzien bei den Verdächtigen.

Zusammenhang zwischen drei Beschuldigten

Dabei entwirrten sich für die Ermittler auch die Zusammenhänge zwischen den inzwischen drei Beschuldigten: Alle leben in einem Haus. Der 37-Jährige in einer Wohnung, der 35-Jährige bei seiner Freundin (30) in einer anderen. An der eigentlichen Meldeadresse des 35-Jährigen in Bonn hatten die Beamten nichts gefunden - dafür in Troisdorf in der gemeinsamen Wohnung mit der Lebensgefährtin. Dort beschlagnahmten die Beamten nach Angaben vom Donnerstag mehrere Computer, Speichermedien, Ausweisdokumente sowie eine Machete und einen Baseballschläger.

Im Auto des 35-Jährigen - der ein Klappmesser bei sich trug - entdeckte man bei der Razzia eine GoPro-Kamera, wie der Masken-Verweigerer sie auch im Supermarkt trug. Ob es dasselbe Gerät ist, wird noch geprüft. Die Ermittler vermuten nach dpa-Informationen aber, dass die 30-Jährige die Kamera nach dem Eklat eingesteckt und weggeschafft hatte. Alle drei Beschuldigte sind weiter auf freiem Fuß, da es keine Haftgründe gibt.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen