Deutsche soll Prinzessin von italienischem Mini-Staat werden: “Wie im Märchen”

  • Die Deutsche Nina Menegatto (41) ist Leiterin einer Immobilienfirma in Monaco und bald auch Prinzessin in Italien.
  • Sie soll im August ihre Regentschaft im Fürstentum Seborga antreten.
  • Der 300-Einwohner-Staat ist nicht offiziell anerkannt, kämpft aber seit langem um seine Unabhängigkeit.
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Seborga. Es ist das wohl kleinste Fürstentum auf der Welt: Der italienische Mini-Staat Seborga hat nur knapp 300 Einwohner – und bald eine deutsche Prinzessin. Nina Menegatto (41) kommt gebürtig aus dem Allgäu und wohnte bevor sie in das kleine Dorf zog in Kempten. Im November 2019 wurde sie zur neuen Prinzessin gewählt. Am 20. August soll die Krönung folgen.

Sie ist die erste Frau an der Spitze in der Geschichte von Seborga. Vorher war ihr Ex-Mann 14 Jahre lang an der Macht. “Alle kleinen Mädchen träumen davon, Prinzessin zu sein. Es ist wie im Märchen”, sagt Menegatto der Nachrichtenagentur AFP. Hauptberuflich ist sie allerdings weiterhin als Leiterin einer Immobilienfirma in Monaco tätig.

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Das Fürstentum Seborga liegt nahe der französischen Grenze an der Mittelmeerküste auf einem Berg. Der kleine Staat ist mit seiner guten Lage in der der italienischen Riviera auch immer wieder ein Ausflugsziel von Touristen. In der Nähe des Dorfes, erklärt Menegatto, soll deshalb bald ein Hotel gebaut werden. Von dort aus können Touristen dann in den Ausblick in vier verschiedene Länder genießen: Frankreich, Monaco, Italien und das Fürstentum Seborga.

Seborga kämpft um offizielle Anerkennung

Offiziell anerkannt ist das Fürstentum Seborga nicht. Alte Dokumente besagen, dass das Fürstentum nie der italienischen Staatsmacht unterstellt war. Das Dorf erklärt sich also mehr oder weniger alleine zum Staat. Die italienische Regierung ist zwar anderer Meinung, lässt das Fürstentum aber gewähren. Einen offiziellen Antrag wies der Europäische Gerichtshof in Straßburg zurück. Ein neuer Versuch ist geplant

Trotzdem tun die knapp 300 Einwohner so, als würden sie in einem eigenen Staat leben. Seborga hat eine eigene Regierung mit Ministern, eine eigene Währung, eigene Briefmarken, eine Verfassung und sogar eine Garde, die allerdings nur aus einem 64-Jährigen besteht, der schon Innen-, Finanz- und Premierminister des Fürstentums war.

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Der"Luigino" ist die eigene Währung des Fürstentums Seborga. © Quelle: picture-alliance / maxppp

Deutsche Regentschaft noch nicht sicher

Ganz so sicher ist die Regentschaft der Deutschen in Italien allerdings noch nicht. Ein Konkurrent aus Frankreich erhebt ebenfalls Anspruch auf die Krone. Gustav Ottolenghi (88) beruft sich auf seine Familienhistorie und möchte die Krone tragen.

RND/nis

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