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Ein Bergwerk wird zum Massengrab: Vor 75 Jahren starben 405 Bergleute im Ruhrgebiet

  • Sie erstickten, verbrannten oder wurden von umherfliegenden Trümmern erschlagen.
  • Vor 75 Jahren starben beim größten Grubenunglück der deutschen Geschichte im Ruhrgebiet mehr als 400 Bergleute.
  • Am Jahrestag gibt es eine kleine Gedenkfeier an einem Ehrenmal.
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Bergkamen. In Bergkamen im Ruhrgebiet wird am Samstag (11 Uhr) zum 75. Mal der Toten des größten Bergbauunglücks der deutschen Geschichte gedacht. Am 20. Februar 1946 verloren in der Schachtanlage Grimberg 3/4 des Steinkohlebergwerks Monopol mehr als 400 Bergleute durch gewaltige Explosionen unter Tage ihr Leben. An einem Ehrenmal auf einem Friedhof im Stadtteil Weddinghofen wollen der Bürgermeister von Bergkamen, Bernd Schäfer, und der Vorsitzende des Knappenvereins Glück Auf-Weddinghofen, Ulrich Matzke, Kränze niederlegen.

Bei dem Unglück war die Druckwelle so heftig, dass sie durch einen 900 Meter tiefen Förderschacht bis an die Erdoberfläche schlug und über Tage die technischen Anlagen zerstörte. Drei Arbeiter starben dort. Laut Stadtmuseum Bergkamen schlug eine Flamme damals 300 Meter hoch aus dem Schacht. Nur 64 Kumpels überlebten die Katastrophe. Die meisten Leichen blieben in dem zerstörten Bergwerk. Die genaue Unglücksursache blieb offen. Monatelange Untersuchungen und Vernehmungen von überlebenden Bergleuten konnten nicht klären, ob etwa Sicherheitsbestimmungen verletzt worden waren.

„Es ist damals viel Leid und Elend über die Familien gekommen“, sagte Matzke im Vorfeld. „Wir wollen, dass das nicht in Vergessenheit gerät.“ Es sei selbstverständlich, „dass wir der Kameraden gedenken“. Matzke ging davon aus, dass auch Angehörige der Verunglückten an der Gedenkfeier teilnehmen werden. Coronabedingt werden laut Stadt nur wenige Menschen kommen können. Nach Angaben von Matzke hatten am 70. Jahrestag 2016 rund 250 Menschen an der Gedenkfeier teilgenommen.

RND/dpa

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