Ehering fällt ins Klo – und taucht 80 Jahre später wieder auf

  • Vor 80 Jahren ist einer Braut im brandenburgischen Beelitz der Ehering in die Toilette gefallen.
  • Die Sache war längst vergessen.
  • Bis genau dieser Ring nun auf einer Streuobstwiese wieder aufgetaucht ist.
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Beelitz. Dass hinter diesem Ring so eine Geschichte steckt, hätte wohl keiner geglaubt. Aber von Anfang an: Im brandenburgischen Beelitz wurde auf einer Streuobstwiese ein Ring gefunden, in den die Initialen H.H. und das Datum 30.3.1940 graviert waren und der die Neugierde des Standesamtes in der Stadt weckte, wie die “Märkische Allgemeine Zeitung” (MAZ) berichtet. Die Mitarbeiter des Standesamtes forschten demzufolge nach der Geschichte des Schmuckstücks – und fanden tatsächlich heraus, wem der Ring gehörte.

So stieß das Standesamt auf Sonja Güldner, deren Mutter Margarete Herzog der Ring offenbar einst im Badezimmer vom Finger gerutscht und in die Toilette gefallen war – und das bereits kurz nach der Hochzeit 1940. Der Ring war seitdem weg. “Das hat sie mir damals erzählt. Sie war untröstlich, hat den Verlust sogar gemeldet”, erzählt die Tochter der “MAZ”.

Streuobstwiese nicht weit vom damaligen Haus der Familie entfernt

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Dass der Ring nun wieder aufgetaucht ist, grenzt an ein Wunder. Und: Die Streuobstwiese, auf der er gefunden wurde, lag laut der Zeitung gar nicht weit vom damaligen Haus der Familie entfernt. “Hobbyarchäologen, die mit dem Metalldetektor kürzlich auf dem für die Landesgartenschau freigelegten Gelände der alten Wassermühle und in der unmittelbaren Umgebung unterwegs waren, haben allerlei Dinge zutage gefördert, unter anderem einen golden schimmernden Ring, auf dem die Initialen H.H. und das Datum 30.3.1940 eingraviert sind”, erklärt demzufolge Stadtsprecher Thomas Lähns, wie der Ring entdeckt wurde.

Er erzählt der “MAZ” weiter: “Anhand der wenigen Angaben konnte ermittelt werden, dass Hans Herzog und Margarete Fechner das einzige Paar waren, das sich an jenem Tage, der auf dem Schmuckstück eingraviert worden ist, hat trauen lassen.” Anhand des Melderegisters seien die Stadtmitarbeiter dann auch auf die beiden Töchter gestoßen, die noch in Beelitz leben. Und Tochter Sonja Güldner war mehr als überrascht von dem Fund: “Damit hätte ich niemals gerechnet”, sagt sie der Zeitung. Ihre Mutter sei allerdings schon 1996 gestorben, ihr Vater bereits neun Jahre zuvor.

Wie kam der Ring auf die Wiese?

Doch wie konnte der Ring jetzt überhaupt auf der Streuobstwiese landen? Dafür hat Sonja Güldners Mann Siegfried gegenüber der “MAZ” eine nachvollziehbare Erklärung: Das Abwasser wurde demnach damals aus den Häusern der Altstadt zu einer Pumpenstation geleitet. Der Klärschlamm wurde von hier aus ausgefahren und auf den Äckern in der Umgebung verteilt. So landete der Ring von Margarete Herzog dann höchstwahrscheinlich dort, wo er Jahrzehnte später gefunden wurde.

RND/hsc

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