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DWD-Experte zu Rekordhitze in Kanada: „Noch nie da gewesenes Ereignis“

  • Die andauernde Hitzewelle in Kanada hat bereits große Schäden angerichtet.
  • Die Ortschaft Lytton ist am Mittwochabend nach einem Flammeninferno fast vollständig zerstört worden.
  • Ein Experte des Deutschen Wetterdienstes spricht von einem „noch nie da gewesenen Ereignis“.
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Offenbach. Die seit Tagen andauernde extreme Hitzewelle in Kanada ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ein „noch nie da gewesenes Ereignis“ seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Zwar sei es für sich genommen nicht ungewöhnlich, dass es auch in dem nordamerikanischen Land zu Hitzewellen kommen könne, sagte Wetter-Experte Sebastian Schappert am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Dennoch sei die jetzige Situation nicht normal: „Anhand der Tatsache, dass man jetzt einfach dort auch wieder neue Rekordwerte gemessen hat, ist ja schon klar, dass es sich bei der aktuell auftretenden Hitzewelle um ein sehr extremes Ereignis handelt.“

Die kanadische Ortschaft Lytton ist am Mittwochabend (Ortszeit) nach einem Flammeninferno fast vollständig zerstört worden. Zuvor hatte die rund 260 Kilometer nordöstlich von Vancouver liegende Gemeinde drei Tage in Folge Hitzerekorde verzeichnet. Das Thermometer zeigte nach Angaben der Wetterbehörde am Dienstag 49,6 Grad Celsius an, die höchste in Kanada gemessene Temperatur.

Heiße Luft aus subtropischen Regionen wanderte nach Norden

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Schappert führt die Hitzewelle in Kanada vor allem darauf zurück, dass heiße Luft aus subtropischen Regionen nach Norden wanderte und dort über Tage hinweg absank. Zusätzliche Sonneneinstrahlung ließ die Temperaturen demnach immer höher klettern und die Luft trockener werden.

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Das dortige Extremwetter-Ereignis vergleicht der Experte des DWD mit einer sogenannten Omega-Wetterlage: Hierbei bilde sich ein kräftiges Hoch, das auf den Westwind treffe und diesen blockiere, sagte Schappert. „Etwaige Tiefausläufer kommen dann einfach nicht weiter, sondern es bleibt alles stehen.“ Flankiert wird diese Hochdruckzone laut Schappert von zwei Tiefs, die sich westlich und östlich dieser Hochdruckglocke bilden und dem System Stabilität geben. Auf diese Weise könne sich das Hochdruckgebiet über längere Zeit halten, teils auch mehrere Wochen.

Das um das Hochdruckgebiet fließende Strömungsfeld ähnelt dann nach Angaben des DWD dem griechischen Großbuchstaben Omega. In Deutschland hätten Omega-Wetterlagen vor allem in den Sommermonaten der Jahre 2018, 2019 und 2020 für andauernde Hitze gesorgt.

RND/dpa

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